Hannover - Der deutsche Fondsanbieter HCI Capital hat im ersten Quartal weniger Schiffsfonds verkauft und dadurch einen Gewinneinbruch verbucht. Das Hamburger Unternehmen verdiente mit drei Mio. Euro vor Zinsen und Steuern drei Viertel weniger als vor Jahresfrist. Unter dem Strich blieben mit 1,2 Mio. Euro 87,5 Prozent weniger übrig. Nach einem sehr starken Vorjahresquartal habe HCI zum Jahresauftakt weniger Schiffe zur Auflage von Fonds verfügbar gehabt, sagte ein Sprecher am Dienstag. Zudem habe sich die Auflage eines Ölplattform-Fonds verzögert und HCI habe beim Handel mit Schiffen und Immobilien weniger eingenommen.

Trotz der Finanzkrise sammelte das Unternehmen bei den Investoren mit 153,7 Mio. Euro 10,6 Prozent mehr ein als vor Jahresfrist. "Anleger suchen verstärkt nach alternativen Investments, weil sie diversifizieren wollen - ihr Vermögen nicht nur in Aktien, sondern auch in geschlossenen Fonds anlegen wollen", sagte der Firmensprecher. Dabei habe HCI im Quartal deutlich mehr Immobilienfonds und sogenannte strukturierte Produkte aufgelegt. Mit diesen Zertifikaten werden Schiffs- und andere Fonds leichter handelbar und somit für viele Anleger attraktiver. Rückläufig war hingegen der Absatz von Fonds mit aufgekauften Lebensversicherungen sowie die Auflage von Dachfonds für Beteiligungsgesellschaften.

"HCI ist im Vertrieb schwungvoll ins Jahr 2008 gestartet", bilanzierte der scheidende Vorstandsvorsitzende Wolfgang Essing. "Angesichts des für das zweite Halbjahr geplanten Vertriebsstarts wichtiger neuer Produkte darf das Zahlenwerk der ersten drei Monate keinesfalls auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden." Für das laufende Jahr erwarte HCI weiterhin einen Gewinnanstieg um acht Prozent auf 33 Mio. Euro. Bei Investoren will das Unternehmen mit 880 Mio. Euro rund zehn Prozent mehr Kapital einsammeln als im vergangenen Jahr. (APA/Reuters)