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Bis die Piloten aus dem A380 winken, wird es noch dauern. Die Kabelverlegung verzögert die Auslieferung.

Foto: APA/Reyes
Paris - Airbus sprach am Dienstag elegant von "Veränderungen des Auslieferungsplanes". 2008 kann das europäische Unternehmen nur zwölf statt wie geplant dreizehn Maschinen des Typs A380 ausliefern, 2009 nur 21 statt 25. Die Kadenzen ab 2010 würden mit den Fluggesellschaften erst noch "besprochen", hieß es in einer Aussendung.

Die Ursache für diese insgesamt vierte Verzögerung beim A380 ist einmal mehr ein Kabelsalat. Bisher schon war es nicht gelungen, die insgesamt 500 Kilometer Kabel, die jedes dieser doppelstöckigen Flugzeuge benötigt, termingerecht zu verlegen. Bei den ersten Maschinen werden sie sogar mühsam handverlegt, um die Rückstände in Grenzen zu halten. Ab der 26. Maschine sollte die Kabelverlegung wieder automatisiert werden. Offenbar hapert es bei der Umstellung von der Hand- zur Roboterarbeit.

"Serienproduktion"

Schuld daran sind letztlich die Sonderwünsche der Fluggesellschaften. Der Begriff "Serienproduktion" ist insofern zu relativieren, als die automatische Kabelverlegung bei jedem Flugzeug neu programmiert werden muss. Rückblickend stellt sich die Frage, ob Airbus seinen Kunden nicht zu viel Extras zubilligte – oder zumindest deren Zusatzaufwand unterschätzte. Welche Folgen das haben wird, lässt Airbus offen; es sei noch zu früh, die "finanziellen Auswirkungen" zu beziffern.

Airbus-Chef Thomas Enders räumte ein, man habe die technischen Schwierigkeiten dieses "sehr herausfordernden“ Programms unterschätzt. Mit zwei bis drei Monaten hielten sich die Verzögerungen aber in Grenzen. Nachdem Singapore Air den ersten A380 erhalten hat, gehören Emirates, Air France und Lufthansa 2008 zu den größten Abnehmern. Insgesamt wurde der A380 bereits 192 mal von 16 Airlines bestellt.

Die Europäer können sich damit trösten, dass fast zeitgleich eine neue Verzögerung bei Boeings "Dreamliner" B787 bekannt wurde. Eine Sprecherin des US-Konzerns meinte, seine Auslieferung werde sich um zwanzig Monate verzögern. (Stefan Brändle, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.5.2008)