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Die wieder gefundenen Wrackteile der "Columbia" ergaben in Summe rund 38 Prozent des ursprünglichen Shuttles.

Foto: APA/EPA/NASA

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Unter den geretteten Teilen befand sich auch die Festplatte mit den Daten aus den Xenon-Experimenten. Zunächst waren die Experten wenig optimistisch, dass aus dem verschmorten Teil noch Informationen herauszuholen sein könnten.

Foto: AP/Kroll Ontrack Inc.

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Doch im Inneren stellte sich die Festplatte als in erstaunlich gutem Zustand heraus.

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Boston/Frankfurt - Mehr als fünf Jahre ist es her, dass die US-Raumfähre "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht ist und sieben Astronauten ihr Leben verloren. Darüber hinaus gingen auch Daten von wissenschaftlichen Experimenten verloren, die in der Schwerelosigkeit des Alls gemacht wurden und auf Festplatten gespeichert waren. In einem Fall gelang es nun, die Daten wiederherzustellen und auszuwerten.

Bei der Mission waren viele Daten von Experimenten schon während der Forschungsarbeiten im All zur Erde gesendet worden. Bei dem Experiment, dessen Daten auf einer verschmorten Festplatte gefunden wurden, waren das immerhin 85 Prozent. Um das Experiment über die Eigenschaften von flüssigem Xenon nun abschließen und auswerten zu können, waren aber auch die restlichen 15 Prozent erforderlich. Sie konnten nun analysiert werden. Die Forschungsergebnisse wurden in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift "Physical Review E" veröffentlicht.

Dass diese Daten überhaupt verfügbar gemacht werden könnten, war man zunächst wenig optimistisch gewesen: Die entsprechenden Informationen waren auf einer 340-MB-Festplatte gespeichert, die - wie viele andere Trümmerstücke der "Columbia" - nach dem Absturz in Texas gefunden wurde. Sechs Monate nach dem Unglück ließ die NASA sie zu den Spezialisten der Datenrettungsfirma Kroll Ontrack bringen.

Verschmortes Metall

"Als wir es bekamen, waren es zwei Teile Metall, die zusammenklebten", sagte Jon Edwards von Kroll Ontrack. "Wir konnten nicht einmal sagen, dass es eine Festplatte war. Es war verbrannt und die Ecken waren geschmolzen. Es sah auf den ersten Blick sehr schlimm aus. Aber wir versuchen es immer."

Wie sich herausstellte, war der Datenkern der Festplatte, die sich drehenden Magnetscheiben, auf denen die Daten gespeichert werden, nicht verformt. Edwards reinigte die Scheiben in einer chemischen Lösung, baute sie in ein neu gebautes Laufwerk ein - und fand darauf 99 Prozent der Informationen der Festplatte.

Glückliche Datenspeicherung

Dabei kamen Edwards mehrere glückliche Umstände zu Hilfe. Die Festplatte war nur halbvoll. Beschädigt wurde der Teil, auf dem keine Daten waren. Dies war auch dem Umstand zu verdanken, dass die Daten nicht über die ganze Festplatte verteilt gespeichert wurden.

Bei zwei weiteren Festplatten der "Columbia" hatte Edwards keinen Erfolg. Durch die Hitze beim Eintritt in die Erdatmosphäre hatte ihr Metall die Eigenschaft verloren, die magnetische Ladung zu halten, mit der die Daten gespeichert werden. (APA/AP/red)