Luxemburg - Der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal setzt beim künftigen Wachstum auf Entwicklungs- und Schwellenländer. Von dem bis 2012 geplanten Anstieg der Stahlproduktion um rund 20 Mio. auf dann 130 Mio. Tonnen kämen rund 90 Prozent aus diesen Staaten, sagte Konzernchef Lakshmi Mittal am Mittwoch bei der Vorstellung der Kennzahlen für das erste Quartal des Jahres. Auch die Nachfrage nach Stahl ziehe in diesen Ländern deutlich an.

Im ersten Quartal steigerte ArcelorMittal den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf 19,9 Mrd. Euro, die Lieferungen legten um acht Prozent auf 29,2 Mio. Tonnen zu. Unter dem Strich ging der Überschuss um 7,8 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro zurück, während er in US-Dollar ausgedrückt um fünf Prozent auf knapp 2,4 Mrd. Dollar stieg. Auch das Betriebsergebnis legte um 4,6 Prozent auf 3,6 Mrd. Dollar (2,33 Mrd. Euro) zu und sank in Euro gerechnet um 7,8 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um 16 Prozent auf 5,0 Mrd. Dollar.

Die 2006 vereinbarte und Ende 2007 offiziell vollzogene Übernahme von Arcelor durch Mittal Steel habe Einsparungseffekte von rund 1,6 Mrd. Dollar gebracht. "Wir glauben, dass wir die Integration jetzt abgeschlossen haben", sagte Mittal.

Preiserhöhung angekündigt

ArcelorMittal kündigte wegen höherer Beschaffungskosten an, den Preis für warmgewalzte Flachstahlprodukte zum Juli von 560 auf 720 Euro pro Tonne zu erhöhen. Auch weiterhin sei mit hohen und steigenden Preisen zu rechnen, hieß es. So sei vor allem der Preis für Eisenerz in den vergangenen Monaten um 70 Prozent gestiegen, der Preis für Schrott um 100 Prozent. "Die Kosten sind jeden Monat gestiegen und wir sehen weitere Steigerungen vor uns."

In den USA bleibe die Nachfrage nach Stahl zwar weiterhin vergleichsweise schwach, doch größer als das Stahlangebot. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum in Europa habe sich verlangsamt, aber die Nachfrage nach Stahl nehme tendenziell zu. Wirklich "extrem stark" sei dagegen die Nachfrage nach Stahl in China sowie in anderen Entwicklungs- und Schwellenländern. (APA/dpa)