Klagenfurt/Wien - Mit Ablauf der Protestfrist am Dienstag, 24 Uhr, haben vier Vereine ihren Einspruch gegen die vom Senat 5 in erster Instanz verfügte Verweigerung der Bundesliga-Lizenz eingelegt. Es sind dies Austria Kärnten aus der T-Mobile-Liga und FC Kärnten aus der Red-Zac-Liga sowie der SKN St. Pölten und der SV Horn aus der Regionalliga Ost.

Das Protest-Komitee muss innerhalb von fünf Tagen über die Einsprüche entscheiden. Nach Abschluss des verbandsinternen Verfahrens kann innerhalb von sieben Tagen Klage vor dem Ständigen Neutralen Schiedsgericht eingebracht werden. Dieses Gremium entscheidet aufgrund der UEFA-Frist bis Ende Mai. Zweitliga-Absteiger SV Bad Aussee sowie die Regionalligisten Wr. Sportklub und St. Andrä im Lavanttal, denen ebenfalls die Lizenz verweigert worden war, verzichteten auf einen Protest.

Die Bankgarantie

Quasi in letzter Sekunde vor Ablauf der Einspruchsfrist wurde von Austria Kärnten eine Bankgarantie über 600.000 Euro nach Wien gefaxt. Ein weiter unbekannter privater Gönner habe die Haftung für die an den Verein angeschlossene Fußball-Akademie übernommen, teilte Landeshauptmann Jörg Haider mit. Wer das sein soll, hat Haider allerdings nicht verraten. Angeblich soll er es selbst gewesen sein, zumindest beim ersten Anlauf. Diese Haftung habe aber der Senat 5 mangels gültiger Beschlüsse zum Kärntner Zukunftsfonds, aus dem die strittigen Gelder letztlich fließen sollen, nicht akzeptieren wollen, heißt es.

Austria-Präsident Mario Canori zeigt sich erleichtert. Wer der eilig aus dem Hut gezauberte "Investor" des orangen Retortenklubs ist, wollte aber auch er nicht verraten: "Es gibt Gott sei Dank Menschen in diesem Land, die die Dimensionen dieses Projekts verstanden haben." Canori geht jetzt mit "hundertprozentiger Sicherheit" davon aus, dass der SK Austria die Lizenz erhalten wird und sagt: "Es gibt keinen Klub in der Bundesliga, der einen derartigen Striptease ablegen musste wie wir."

Auch Zweitligist FC Kärnten reichte eine Bankgarantie über 450.000 Euro nach. Die soll Klub-Präsident Josef Steindorfer, ein erfolgreicher Transportunternehmer, ebenfalls selbst übernommen haben. Wie es jetzt mit der Klage über 4,15 Millionen gegen den Bruderverein SK Austria weitergehen soll, ist offen. Die Forderung liegt jedenfalls bei der Schlichtungsstelle der Bundesliga, dem Senat 2.

"Zufrieden" zeigten sich VP-Chef Josef Martinz und SP-Sportlandesrat Wolfgang Schantl. Sie hatten es strikt abgelehnt, 600.000 Euro aus dem Zukunftsfonds für die Kärntner Austria zur Verfügung zu stellen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe, Donnerstag, 15. Mai 2008)