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Lucian Freuds 'Benefits Supervisor Sleeping' bei Christie's in New York

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Francis Bacons 'Triptych'

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New York - Nach Christioe's konnte nun auch das Kunsthaus Sotheby's eine Jubelmeldung verkünden: Ein dreiteiliges Meisterwerk des britischen Künstlers Francis Bacon hat in New York den Auktionsrekord für Nachkriegskunst gebrochen. Das Bild "Triptych, 1976" ging am Mittwochabend für 86,3 Millionen Dollar (ca. 55 Millionen Euro) an einen anonymen Bieter. Es rückt damit auf Platz sechs der teuersten Gemälde der Welt. Den bisherigen Auktionsrekord für Nachkriegskunst hielt der Amerikaner Mark Rothko mit "White Center (Yellow, Pink and Lavender on Rose)", das im vergangenen Jahr für 72,8 Millionen Dollar versteigert worden war.

Insgesamt konnte Sotheby's am Mittwochabend 362 Millionen Dollar einnehmen - das höchste Auktionsergebnis in der fast 300-jährigen Geschichte des Hauses. Um das monumentale Bacon-Gemälde, das ursprünglich "nur" auf etwa 70 Millionen Dollar veranschlagt war, lieferten sich zwei Interessenten per Telefon einen spannenden Bieterwettkampf. Das Triptychon, eine dichte Komposition mit Anklängen an die altgriechische Mythologie, gilt als eines der wichtigsten Werke des 1992 gestorbenen Iren.

Run auf Rauschenberg, Rothko blieb liegen

Einen Rekord gab es auch für den Pop-Art-Künstler Robert Rauschenberg, der am Montag im Alter von 82 Jahren in Florida gestorben war. Sein Bild "Overdrive" aus dem Jahr 1963 erzielte 14,6 Millionen Dollar. Unverkauft blieb überraschend die Farbkomposition "Orange, Red, Yellow" (1956) von Mark Rothko, die auf etwa 35 Millionen Dollar geschätzt worden war. Die Gebote für den sonst extrem hoch gehandelten Maler blieben diesmal unter der geforderten Mindestgrenze. Gleichwohl werteten Kunstexperten die Rekordauktion von Sotheby's wie auch die erfolgreiche Versteigerung beim Erzrivalen Christie's vom Vortag als Signal, dass die Finanzkrise dem aufgeheizten Markt für Nachkriegskunst zumindest bisher nichts anhaben konnte.

Großes Interesse fanden bei der Auktion in Manhattan auch die Werke aus der deutschen Sammlung Lauffs. Die zunächst 21 Angebote erzielten zusammen einen Umsatz von 96,1 Millionen Dollar - deutlich mehr als erwartet. Sotheby's hatte eigenen Angaben zufolge mit höchstens 65 Millionen Dollar gerechnet.

So verkaufte sich das opulente Gold-Monochrom "MG 9" von Yves Klein für 23,6 Millionen Dollar. Sein berühmtes ultramarinblaues Bild "IKB 1" aus dem Jahr 1960 erzielte laut Sotheby's ein Ergebnis von 17,4 Millionen Dollar. Tom Wesselmanns "Great American Nude No. 48" (1963) ging für 10,7 Millionen Dollar an einen anonymen Käufer. Beste Ergebnisse erzielten auch Arbeiten von Carl Andre, Piero Manzoni und Joseph Beuys.

Die noch Lebenden

Ein lebensgroßes Aktgemälde des britischen Malers Lucian Freud, "Benefits Supervisor Sleeping", war am Dienstagabend in New York für einen Rekordpreis von 30 Millionen Dollar (fast 20 Mio. Euro) versteigert worden. Freuds 1995 entstandenes Werk, das eine opulente Frau schlafend auf einem Sofazeigt, ging nach einem spannenden Bieterwettstreit an einen Käufer via Telefon.

Das Auktionshaus Christie's hatte mit einem Erlös von 25 bis 35 Millionen Dollar gerechnet. Die jetzt erzielten 30 Millionen Dollar sind nur der sogenannte Hammerpreis, die Auktionsgebühren kommen noch dazu. So viel ist nie zuvor bei einer Auktion für ein Werk eines noch lebenden Künstlers gezahlt worden. Der heute 85 Jahre alte Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud wurde in Berlin geboren und lebt seit der Emigration seiner Familie 1933 in Großbritannien.

Den einschlägigen bisherigen Weltrekord hielt mit 23,6 Millionen Dollar der Amerikaner Jeff Koons mit seiner Kreation "Hängendes Herz", dahinter folgen Damien Hirsts "Lullaby Spring" (19,1 Mio. Dollar), Jasper Johns' "Figure 4" (17,4 Mio. Dollar) und Gerhard Richters "Kerze" (15,5 Mio. Dollar). (APA/dpa/AP)