Frankfurt - Der deutsche Chemiekonzern Lanxess ist dank Preiserhöhungen und einer anhaltend kräftigen Nachfrage überraschend gut in das Jahr gestartet. "In allen Segmenten konnten die gestiegenen Rohstoffkosten weitergegeben werden", teilte Konzernchef Axel Heitmann am Mittwoch zum Geschäftsverlauf im ersten Quartal mit.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Sondereinflüssen sei um 0,5 Prozent auf 220 Mio. Euro gestiegen. Analysten hatten dagegen im Schnitt nur mit 200 Mio. Euro gerechnet. Unter dem Strich nahm der Überschuss um 13 Prozent auf 103 Mio. Euro zu.

Wegen des Verkaufs von Geschäftsteilen und negativer Effekte durch den starken Euro setzte Lanxess im Zeitraum Jänner bis März mit 1,54 Mrd. Euro aber 10,3 Prozent weniger um als vor Jahresfrist. Bereinigt um Verkäufe und Einbußen durch Wechselkurse setzte das Unternehmen allerdings 8,1 Prozent mehr um. Lanxess hatte sich im vergangenen Jahr von seiner margenschwachen Kunststoffsparte Lustran Polymers getrennt und auch die auf Lackzusatzstoffe spezialisierte Firma Borchers verkauft.

Die Rendite konnte Lanxess weiter steigern. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen nahm um 1,5 Prozentpunkte auf 14,3 Prozent zu. Lanxess konzentriert sich inzwischen stärker auf Spezialitätengeschäfte in der Chemie, mit denen sich höhere Renditen erwirtschaften lassen.

Für 2008 stellte Konzernchef Heitmann bereinigt um Wechselkurseffekte und die Abgabe von Geschäftsteilen eine Umsatzsteigerung in Aussicht. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen solle bei mehr als 700 Mio. Euro liegen. Der Konzern setzt auf eine anhaltend gute Nachfrage aus Asien, Europa und Lateinamerika. Zudem soll die kürzlich übernommene brasilianische Kautschukfirma Petroflex schon ab dem zweiten Quartal zum operativen Gewinn beitragen. In punkto Ertragskraft will Lanxess zu den Wettbewerbern aufschließen. Zudem solle kein Geschäftsbereich mehr eine operative Rendite von weniger als fünf Prozent erzielen. (APA/Reuters)