Wien - Mit einer Axt zu töten hat einen anderen Beigeschmack als mit einer Schusswaffe. Über die Symbolik könne man laut Klaus Gruber, Gerichtssachverständiger und Klinischer Psychologe, nur spekulieren. "Beim Morden mit einer Axt geht es eher ums 'Wegmachen', ums körperliche Zerstören, nicht nur ums töten", sagte Gruber. Wenn Blut spritzt, Teile herumfliegen, dann hat das etwas Zerstörerisches.

Gleichzeitig habe es auch mit Kraft zu tun. Eine Axt sei laut dem Sachverständigen ein archaisches Instrument, man brauche dazu körperliche Kraft. Üblicherweise hänge die Wahl der Waffe mit der Verfügbarkeit zusammen. "Wenn ich eine Tat so plane und die Hacke extra kaufe, dann bekommt das einen anderen Beigeschmack. Alle, die ihn richten könnten, hat er mit der Axt gerichtet", erklärte Gruber.

Es sei weit grausamer ein Kind z.B. mit einer Hacke zu richten als zu vergiften oder zu erschlagen. "Gleichzeitig muss ich es auch aushalten, die Leichen zu sehen", sagte der Experte. Der Hergang lässt auf einen festen Entschluss schließen. "Ich mache das", "ich führe das so durch", erläuterte Gruber. "Jemand mit der Axt auf den Kopf zu hauen, das hat schon etwas Vernichtendes."(APA)