Foto: Galerie Janda
In fast alle Kunstprojekte, die in der Ausstellung "Participation" zu sehen sind, waren Dritte involviert. Thematisiert werden damit Fragen von Autorschaft, künstlerische Produktionsbedingungen, aber auch institutionelle Praktiken und Routinen.

Obwohl partizipative künstlerische Praktiken eng mit politischen Fragen verknüpft sind, tauchen in Zusammenhang mit diesen Kunstwerken oft Kinder oder Kinderspielsachen auf. Bei Martin Janda ist es eine Art Matador-Baukasten, der die Besucher zum Mitmachen animiert. Von Christine und Irene Hohenbüchler zur Verfügung gestellt, steht die riesige Gitterstruktur auf einem bunten Teppichboden. Während ihre Arbeit Berührungsängste thematisiert, hat Roman Ondak eine fragile Installation aus Kinderzeichnungen arrangiert. Diese zeigen Vorstellungen von der Entstehung des Universums und gruppieren sich in konzentrischen Kreisen um einen roten Plastilinball.

Roman Ondak geht es um Fragen von Autorschaft, aber auch um die subtile Ironisierung kunstbetrieblicher Routinen, die offenbar auch Kirsten Pieroth inspirierten: Für eine Ausstellung in der Tate Modern fragte sie im Louvre um eine Leihgabe des Mona-Lisa-Labels an und involvierte so eine ganze Reihe von Menschen, während die Sound-Installation von Nina Beier & Marie Lund auf exakt acht Stimmen basiert. Nur Christoph Schäfer hat seine Zeichnungen im Alleingang gemacht: Er beschäftigt sich darin mit der Aneignung und Umformung von Bombenkraterlandschaften durch Jugendliche. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.5.2008)