Brdo - Seit Donnerstag verhandeln die EU unter slowenischem Vorsitz und die USA über weitere Schritte in der Liberalisierung der Luftfahrt. Seit Anfang April 2008 ist das vor einem Jahr unterzeichnete "Open Skies"-Abkommen in Kraft, das EU- und US-Fluggesellschaften erlaubt, jede beliebige Verbindung zwischen EU und USA zu bedienen. In der zweiten Phase sollen unter anderem bessere Investitionsbedingungen für EU-Airlines in den USA ausgehandelt werden. Derzeit dürfen Nicht-US-Airlines nur Minderheiten an US-Fluggesellschaften halten. Andere Verhandlungspunkte betreffen Sicherheitsfragen und gemeinsame Regelungen zum Klimaschutz.

Die Europäer wollen erreichen, dass ausländische Beteiligungen an US-Fluggesellschaften nicht länger auf 25 Prozent begrenzt sind. In den USA stößt dies im US-Kongress und bei den Gewerkschaften auf Widerstand. Allerdings überraschten die Amerikaner kurz vor Verhandlungsbeginn mit der Ankündigung, Übernahme-Barrieren abbauen zu wollen. Die US-Regierung will außerdem die Verhandlungen über die 27 EU-Länder hinaus ausdehnen und mit mehr als 60 Staaten Liberalisierungen vereinbaren, erklärte der US-Verhandlungsführer John Byerly.

Indes laufen nach der geplanten Megafusion der beiden US-Fluggesellschaften Delta und Northwest zum Branchenführer Gespräche über weitere Allianzen auf Hochtouren. Kontakte zwischen United Airlines und US Airways hätten deutlich an Schwung gewonnen, berichtete die Financial Times. Die Lufthansa-Partner United und US-Airways würden über die künftige Führung eines fusionierten Konzerns verhandeln. US Airways spreche außerdem mit Continental weiter über eine enge Partnerschaft statt der ursprünglich überlegten Fusion. (APA, Reuters, spu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.5.2008)