Washington - Satellitenaufnahmen auf Google Earth weisen laut einem US-Forscher auf die Existenz einer gigantischen chinesischen Raketenbasis hin. Auf den Aufnahmen der Stadt Delingha in der zentralchinesischen Provinz Qinghai seien fast 60 Abschussrampen für Mittelstreckenraketen des Typs DF-21 zu sehen, sowie mehrere Kommando- und Kontrollgebäude und unter Tarnnetzen verborgene Fahrzeuge, schrieb Hans Kristensen am Donnerstag auf der Internetseite des Bundes amerikanischer Wissenschafter. Zum Beweis stellte er die Satellitenbilder ebenfalls auf die Webseite.

Reichweite bis Russland und Indien

Nach Kristensens Angaben hätten von Delingha aus abgefeuerte Mittelstreckenraketen des Typs DF-21 eine Reichweite bis Russland und Nordindien, kämen aber nicht bis Japan, Taiwan oder Guam. "Die US-Regierung äußert sich regelmäßig besorgt über den Einsatz neuer mobiler Raketen in China, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Die Bilder geben einer breiten Öffentlichkeit nun erstmals die Möglichkeit, zu verstehen, wie China mit seinen ballistischen Raketen umgeht", schrieb Kristensen weiter.

Erst Anfang Mai hatte die renommierte britische Fachzeitschrift "Jane's Intelligence Review" enthüllt, dass China derzeit an einem unterirdischen Stützpunkt für Atom-U-Boote auf seiner südlichen Insel Hainan baut. Für ihre Erkenntnisse analysierte die Zeitschrift ebenfalls Satellitenaufnahmen. (APA)