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Gunnar Prokop hofft auf den ersten Champions-League-Titel seit 2000.

Foto: APA/Fohringer
Tschekow/Russland - Österreichs Frauen-Serienmeister Hypo Niederösterreich greift in der Handball-Champions-League nach dem neunten Triumph seiner Vereinsgeschichte, dem ersten nach 2000. Am Samstag (15.00 Uhr MESZ/live ORF Sport plus) steigt in Tschekow das Final-Hinspiel gegen den russischen Vertreter Zwezda Zwenigorod, eine Woche später wird in der Wr. Neustädter Arena Nova (17.00 Uhr/live ORF 1) im zweiten Endspiel der Nachfolger von Slagelse DT (DEN) gekürt. Hypo-Chef Gunnar Prokop will vor dem Hinspiel in Russland nichts von einer vermeintlichen Favoritenrolle wissen: "In einem Finale stehen die Chancen immer 50:50". Hypo mit besserer Bilanz Geht es nach der Papierform, dann lastet die Favoritenrolle auf den Schultern der Hypo-Spielerinnen rund um die Ungarin Timea Toth, die mit 117 Treffern die Torschützenliste der Champions-League-Saison anführt. Hypo hat in der laufenden Saison von 14 Spielen in der Eliteliga 13 gewonnen und nur eines verloren, Zwenigorod wurde hingegen in den 14 Partien bei acht Siegen und einem Remis bereits fünfmal bezwungen. Außerdem hat es in der Gruppe 2 der Hauptrunde bereits zwei direkte Duelle zwischen der Truppe des ungarischen Hypo-Coachs Andras Nemeth und Zwenigorod gegeben, die beide mit 33:29 (auswärts) und 32:26 (daheim) recht glatt an die Niederösterreicherinnen gingen. Dazu ist die Europacup-Bilanz Hypos gegen russische Teams klar positiv (10 Siege, 0 Remis, 4 Niederlagen). Prokop warnt Club-Zampano Prokop warnt vor eventuellem Hochmut: "Würden wir sagen, dass wir Favorit sind, wären wir größenwahnsinnig." Auch die zwei Saisonsiege gegen den russischen Meister 2007 und EHF-Cup-Sieger 2007 lässt Prokop nicht gelten. "Es gibt einen ganz, ganz großen Unterschied zwischen Gruppen- und K.o.-Spielen. Das ist psychisch eine ganz andere Sache", so Prokop, der in diesem Zusammenhang einmal mehr seinen Leitspruch "Die Psyche lenkt die Motorik" bemühte. Dennoch ist für Prokop, der mit Hypo 1987 erstmals im Champions-League-Finale (damals Meistercup) stand, klar: "Wir haben eine große und realistische Chance auf den Champions-League-Sieg." Hypo wünscht sich natürlich einen weiteren Auswärtserfolg gegen Zwenigorod, mit einer Niederlage mit bis zu drei Toren könnte Prokop jedoch ebenfalls recht gut leben. Kleine Halle und Schwächen im Tor Da die Halle in Zwenigorod nur rund 700 Zuschauer fasst, bestreitet die vom russischen Weltmeister-Trainer Jewgeni Trefilow betreute Zwezda-Mannschaft ihre Europacup-Heimspiele im rund eineinhalb Autostunden entfernten Tschekow (Fassungsvermögen rund 4.000 Zuschauer). Die Generalprobe der Russinnen ging daneben, im Finale der Meisterschaft unterlag man nämlich Lada Togliatti 26:29 und 25:27. Wenn es eine Schwachstelle gibt, dann ortet Hypo diese im Tor von Zwenigorod. Dort steht mit Olga Sanko eine ehemalige Hypo-Spielerin zwischen den Pfosten. Auffälligste Akteurin der Russinnen, die insgesamt neun Mitglieder der Weltmeister-Mannschaft 2007 im Aufgebot haben, ist die 1,96 m große Jelena Poljenowa, die in der laufenden Champions-League-Saison 99 Mal ins Schwarze getroffen hat. (APA)