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Mitunter gibt es die Schnee- oder Christrose schon im Spätherbst zu sehen.

Grafik: DER STANDARD
Die ringsum liegenden bekannteren Erhebungen wie Muckenkogel, Kloster-Hinteralm oder Hohenstein lassen den Lorenzipechkogel – nördlich von Lilienfeld – etwas in den Hintergrund rücken. Dabei hat dieses "Aschenbrödel" der Traisentaler Berge auch dem verwöhnten Wanderer einiges zu bieten: vor allem von den vielen freien Flächen eine herrliche Aussicht zu den niederösterreichischen Voralpen. Von der im Jahre 1991 errichteten Schneerosenwarte – eigentlich nur ein Salettl – erspäht man Gippel, Göller und einen Teil der Veitsch und hat einen beeindruckenden Tiefblick auf Stadt und Stift Lilienfeld. In einer Blechkassette befindet sich ein "Gipfelbuch" mit einem aus Fotos bestehenden Panorama, was das Erkennen der Berge in der Umgebung wesentlich erleichtert. Auf dem höchsten Punkt des Lorenzipechkogels zeigt sich auch der majestätische Ötscher.

Beim Abstieg genießt man die Sicht ins Gölsental und zu den westlichen Erhebungen des Wienerwaldes. Eine vielfältige und intakte Pflanzenwelt komplettiert die Freude an dieser abwechslungsreichen Wanderung. Die Schneerosenhöhe macht ihrem Namen alle Ehre, wenngleich um diese Jahreszeit nur noch die Fruchtstände zu sehen sind. Die Blume, die mitunter schon im Spätherbst blüht, wuchert geradezu auch an anderen Plätzen. Orchideen sind in diesem Gebiet keine Seltenheit.

Die Eintragungen in der Warte und im Gipfelbuch zeigen, dass die romantische Felskanzel, die den höchsten Punkt des Berges bildet, recht selten aufgesucht wird, sozusagen den Kennern vorbehalten bleibt.

Das Gipfelkreuz erinnert an einen tragischen Unfall; im Jahr 1948 kam ein junger Mann durch eine explodierende Granate ums Leben, sein Bruder wurde schwer verletzt. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges verlief die Hauptkampflinie über den Lorenzipechkogel.

Die Runde ist wegen etlicher Gegenanstiege und der sich dadurch summierenden Höhenunterschiede etwas mühsam, aber äußerst abwechslungsreich. Die Markierung könnte stellenweise etwas besser sein, reicht aber für die Orientierung aus.

Die Route: Vom nördlichen Traisenufer in Lilienfeld steigt man durch die Jungherrntalstraße und erreicht bald eine nach links abzweigende rote Markierung, der man – zuerst steil, dann gemütlich – folgt. Man passiert das idyllisch gelegene Haus Kleinreither und erreicht einen Sattel oberhalb des Hundsgrubers. Gehzeit eine Stunde. Der Weg führt oberhalb des Gehöfts in eine Lehne, es folgt der Anstieg zur Schneerosenhöhe, auf dem Kamm geht es weiter zur Schneerosenwarte und über einen Sattel zum Lorenzipechkogel. Gehzeit ab Sattel eine Stunde.

Nach Osten weiter in einen Sattel und dann den Kamm entlang über den Höhenberg zur Taurerkapelle. Ab Gipfel 1½ Stunden. Nun hält man sich rechts und steigt in einer knappen Stunde nach Lilienfeld ab. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/16.5.2008)