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Foto: AP/New Mexico State University, Darren Phillips
Berlin - Schmerzen bei der Zahnbehandlung könnten in Zukunft besser bekämpft werden. Zwar gibt es schon zahlreiche Wirkstoffe gegen die Beschwerden, die mit einer Spritze verabreicht werden. Allerdings hinterlassen diese meist für Stunden ein taubes Gefühl in der betroffenen Region.

Wirkstoff Capsaicin der Chilischoten

US-amerikanische Wissenschaftler erforschen derzeit eine neue Wirkstoffkombination, die den Schmerz gezielt ausschalten soll, ohne dass es zu Taubheit und Bewegungseinschränkungen kommt. Dabei wird ein Abkömmling des lokalen Schmerzmittels Lidocain mit dem Wirkstoff Capsaicin verknüpft. Capsaicin ist die in Chilischoten vorkommende Substanz, die beim Verzehr das Brennen im Mund auslöst.

Wirkstoffkombination für Zahnärzte

Die Substanz öffnet spezielle Ionenkanäle in der Membran der Nervenzellen, die für die Wahrnehmung von Schmerzen zuständig sind. Der Schmerzwirkstoff wird dann gezielt in die Nervenzellen eingeschleust und blockiert dort die entsprechenden Sensoren. Die neue Wirkstoffkombination könnte sowohl bei Zahnarztpatienten als auch bei werdenden Müttern im Kreißsaal eingesetzt werden.

Nebenwirkung: Schmerz und Hitze

Allerdings müssen die Wissenschaftler noch ein Problem lösen, bevor die Methode tatsächlich zum Einsatz kommen könnte: Die Chili-Wirksubstanz aktiviert nämlich auch die Sensoren für Schmerz und Hitze, so dass es beim Öffnen der Ionenkanäle zumindest kurzfristig zu entsprechenden Beschwerden kommt, bis das Schmerzmittel anfängt zu wirken. (APA)