Humor als Führungskompetenz

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Humor ist im Büroalltag unverzichtbar. Arbeiten werden schneller und besser erledigt. Humor in der Führung bedeutet aber nicht, sich über Kollegen oder Mitarbeiter lustig zu machen, etwa: "Sie sehen aus, als ob Sie heute unter der Türspalte hereingekrochen wären." Böse Witze über Mitarbeiter erhöhen den Stress und vergiften das Arbeitsklima.

Humor erlauben

Der humoristische Anstoß muss nicht notwendig vom Chef kommen, aber er muss es erlauben und fördern. Tut er das nicht, lachen die Mitarbeiter trotzdem, aber eben hinter seinen Rücken. Die eigentliche Führungsleistung dabei ist die Aktivierung der Gruppe. Humor ist ein gruppendynamisches Erfolgsrezept und nicht nur ein hierarchisches. Dabei ist nun die Fähigkeit, einem Problem auch eine heitere Seite abzugewinnen, meist die erfolgreichste "Führungsleistung". Dazu einige Beispiele:

  • "Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum" ist eine sehr wirkungsvolle Intervention, wenn die Diskussion sich in eine falsche Richtung bewegt.
  • Wird man dafür getadelt, dass man eine unangenehme Konsequenz voraussieht, kann man die Lacher auf seine Seite bringen, wenn man sagt: "Pessimisten sind Optimisten mit Erfahrung."
  • Will eine Gruppe eine Konsequenz nicht einsehen, kann man sagen: "Erst schließen wir die Augen, dann sehen wir weiter."

Schlagfertigkeit kann man im Kollegenkreis auch üben. Umgekehrt fallen manchen immer wieder blöde Bemerkungen ein, die man besser nicht in Situationen anbringt, weil man sich damit danebenbenehmen kann. "Wer kriecht, kann nicht stolpern" liegt mir oft auf der Zunge, aber ich sage es meist besser nicht.

Die Fähigkeit zu lustigen Bemerkungen kann zu einem neuen Ranking in der Abteilung führen. Ein Verbot von Humor am Arbeitsplatz führt aber mit Sicherheit zu großem Widerstand und zum Verlust der Arbeitsfähigkeit: "Je enger der Käfig, desto schöner die Freiheit." (Gerhard Schwarz*, DER STANDARD, Printausgabe, 17./18.5.2008)