Klagenfurt - Der Kärntner Energieversorger Kelag hat im Geschäftsjahr 2007 seine Marktposition weiter ausbauen können. Der Stromabsatz wuchs um 23 Prozent auf mehr als 13 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Der Wärmeabsatz sank witterungsbedingt um vier Prozent, der Erdgasabsatz verringerte sich ebenfalls witterungsbedingt um zwei Prozent.

Laut den am Freitag in der Hauptversammlung präsentierte Zahlen wuchs der Umsatz des Kelag-Konzerns um 25 Prozent auf 934 Mio. Euro. Allerdings belasteten das neuerlich sehr niedrige Wasserdargebot von 82,1 Prozent (2006: 85,9 Prozent) und die dadurch notwendigen Stromzukäufe das betriebswirtschaftliche Ergebnis. Aus dem operativen Ergebnis in Höhe von 58 Mio. Euro (2006: 52 Mio. Euro) schüttet die Kelag eine Dividende von 14,5 Mio. Euro (2006: 25 Mio. Euro) aus. Aufgrund einer einmaligen Sonderdividende der Verbund-Austrian Hydro Power AG zur Dotierung des Fonds zur Förderung der Wasserkraftregion Oberkärnten weist die Kelag bei einem Konzernergebnis von 108 Mio. Euro (2006: 38 Mio. Euro) insgesamt einen Gewinn von 54,5 Mio. Euro aus.

Der Kelag-Konzern investierte im Jahr 2007 rund 73 Mio. Euro in Sachanlagen (2006: 48 Mio. Euro) und beschäftigte durchschnittlich 1.413 Mitarbeiter (2006: 1.319). Im Geschäftsjahr 2007 weitete die Kelag die Wärme-Aktivitäten stark aus und nahm Weichenstellungen für die Zukunft vor. Zu Jahresende wurden der Erwerb der Österreichischen Fernwärmegesellschaft m. b. H. abgeschlossen und die Gründung der "WI Wärmebetriebe International Gesellschaft m. b. H." eingeleitet. Die beiden Tochterunternehmen Wärmebetriebe Gesellschaft m. b. H. und Österreichische Fernwärmegesellschaft m. b. H. betreiben insgesamt rund 1.000 Wärmeanlagen in Österreich und erzielten einen Wärmeabsatz von rund 1.600 Mio. Kilowattstunden. Der Kelag-Konzern ist damit laut eigenen Angaben der größte österreichweit tätige Wärmeanbieter.

Beschluss für Pumpspeicherkraftwerk

Ende des Jahres 2007 wurde die Gründung der "WI Wärmebetriebe International Gesellschaft m. b. H." eingeleitet. An diesem Unternehmen hält die Kelag 51 Prozent, die deutsche die RWE Innogy GmbH 49 Prozent der Stammanteile. In das neue Unternehmen gliedert die Wärmebetriebe Gesellschaft m. b. H. der Kelag alle Auslandsaktivitäten ein. Fokus der neuen Gesellschaft ist es, Marktpotenziale im Wärme- und Bioenergiebereich in ausgewählten Nachbarländern sowie in Ost- und Südosteuropa auszuschöpfen.

Der Aufsichtsrat der Kelag hat am Freitag den Grundsatzbeschluss für den Bau des Pumpspeicherkraftwerkes Feldsee 2 gefasst. Nun können die Detailplanungen und die Umweltverträglichkeitsprüfung für dieses Projekt eingeleitet werden. Für das Pumpspeicherkraftwerk Feldsee 2 soll direkt neben dem derzeit in Bau befindlichen Krafthaus Feldsee 1 ein weiteres Krafthaus errichtet werden. Der Maschinensatz wird über eine Leistung von 70 MW verfügen und pro Jahr rund 157 Mio. Kilowattstunden Strom erzeugen. Rund 25 Mio. Euro wird die Kelag in dieses Kraftwerk investieren.

Fritz Vahrenholt, Vorstandsvorsitzender der RWE Innogy GmbH, RWE-Konzerngesellschaft für die Nutzung erneuerbarer Energie, wurde von der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat der Kelag gewählt. Er übernimmt das Mandat von Gert Jäger. (APA)