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Miami - Der Alligator könnte im Südosten der USA in absehbarer Zeit nicht mehr an der Spitze der Nahrungspyramide stehen: Laut einer nun veröffentlichten Studie des Wissenschafters Frank Mazzotti breiten sich in der Region mit alarmierender Geschwindigkeit Pythons - und zwar in erster Linie Tigerpythons (Python molurus) - aus. "Pythons könnten schon bald all die Gebiete besiedeln, in denen heute Alligatoren leben, darunter den Norden Floridas, Georgia und Louisiana", so Mazzotti.

Der Tigerpython aus der Familie der Riesenschlangen stammt ursprünglich aus Südostasien. In den vergangenen Jahrzehnten wurde er zum belieben Mode-"Haustier" und in wachsender Zahl nach Florida importiert. Immer wieder setzten überforderte Terrarianer jedoch die Tiere, die ihnen buchstäblich über den Kopf wuchsen, aus - bis zu sieben Meter lang kann ein ausgewachsener Tigerpython werden. In den Sümpfen Floridas fanden die Tiere ein ideales Habitat, ihre Population wuchs in den vergangenen Jahren gewaltig, wie es in der Studie hieß. "Die Weibchen können Sperma einlagern, so dass sie jahrelang Embryonen hervorbringen", sagte Mazzotti. "Eine 50-Kilo-Schlange kann 60 bis 80 Eier pro Jahr produzieren."

Raubtier Nummer 1

Tigerpythons sind ausgezeichnete Schwimmer und können große Strecken in kurzer Zeit zurücklegen. Sie ernähren sich von kleineren Säugetieren wie Hunden, Katzen, Eichhörnchen, Kaninchen, Füchsen, aber auch - solange deren Größe es zulässt - Krokodilen. Vor drei Jahren gingen Bilder eines vier Meter langen Pythons aus den Everglades um die Welt, der sich an einem Alligator übernommen hatte und beim Fressen geplatzt war.

Zwischen 2002 und 2005 wurden insgesamt 201 Pythons im Süden Floridas tot oder lebendig gefangen, wie aus dem Papier hervorgeht. Diese Zahl nahm stetig zu, im vergangenen Jahr allein wurden 418 solcher Riesenschlangen gefunden. Der größte je in Florida gefangene Python war fünf Meter lang und wog 70 Kilogramm. Der Biologe Skip Snow schätzt die Zahl der im Südosten der USA lebenden Riesenschlangen auf 30.000. (APA/red)