Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/ROBERT JAEGER
Wien - In Wien werden die durchschnittlichen Temperaturen in den kommenden Jahren ansteigen - im Sommer um bis zu 2,5 Grad; auch Hitzewellen werden vermehrt auftreten: So lauten Ergebnisse einer Studie, an der unter anderem die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb mitgewirkt hat und in der erstmals ein Klimaszenario speziell für den Wiener Raum dargelegt wurde. Beauftragt wurde die Untersuchung von der Wiener Klimaschutzkoordinationsstelle.

Die Auswirkungen des Klimawandels, so hieß es am Montag in einer Aussendung, werden regional und lokal unterschiedlich sein. Aus diesem Grund seien Klimaforscher der Universität für Bodenkultur Wien beauftragt worden, den diesbezüglichen derzeitigen Wissensstand für den Wiener Raum zusammenzufassen. Die Studie "Auswirkungen des Klimawandels auf Wien unter besonderer Berücksichtigung von Klimaszenarien" liegt nun vor.

In Zahlen

In den 40er Jahren dieses Jahrhunderts wird es der Studie zufolge im Osten Österreichs voraussichtlich um folgende Werte wärmer sein als in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts:

- Winter: 1,3 bis 1,8 Grad Celsius
- Frühjahr: 1,8 bis 2,5 Grad
- Sommer:2,0 bis 2,5 Grad
- Herbst: 2,5 bis 3 Grad

Auch an Hitzewellen werden sich die Wiener gewöhnen müssen: Als solche bezeichnet man eine Abfolge von mindestens drei Tagen, an denen die Maximaltemperatur über 30 Grad Celsius liegt. Waren es in der Periode 1961 bis 1990 durchschnittlich 5,1 Hitzewellen-Tage pro Jahr und von 1976 bis 2005 bereits 9,1 Hitzewellen-Tage, so ist für die Periode 2010 bis 2039 für die Wiener Innenstadt ein Wert von durchschnittlich 17,7 Hitzewellen-Tagen pro Jahr realistisch. Die inneren Bezirke Wiens sind aufgrund des städtischen Wärmeinseleffektes von der Hitzebelastung stärker betroffen als die Stadtrandgebiete.

Unsicherheit bei Niederschlägen

Auch hinsichtlich der Niederschläge sind Änderungen zu erwarten, allerdings sind die Aussagen hier noch weniger gut abgesichert als jene zur Temperaturentwicklung. Die wahrscheinliche Entwicklung in den Jahren 2041 bis 2050 im Vergleich zu den Jahren 1981 bis 1990 solle der Studie nach in diesen Bereichen liegen:

- Winter: plus 15 bis 30 Prozent
- Frühjahr: bis zu minus 15 Prozent
- Sommer: von minus 15 bis plus 30 Prozent
- Herbst: minus 25 bis minus 35 Prozent

Zu rechnen sei aber mit einer Zunahme der Niederschlagsintensität. Zudem wird es laut Studie durch eine Zunahme der Trockenperioden in Kombination mit dem Anstieg der Verdunstung wahrscheinlich zu einer starken Abnahme des Bodenwassergehaltes kommen. (APA/red)