Ein Schuh, den man selbst zusammenbauen und gestalten kann, stellt das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Fachhochschule Salzburg und der Salzburger Wexla GmbH dar. In Zukunft kann sich jede Frau ihren persönlichen Lieblingsschuh selbst designen, denn Sohle, Oberteil und Fußbett sind individuell kombinierbar. Diese innovative Idee wurde heute, Dienstag, in einer Pressekonferenz in der Fachhochschule in Puch-Urstein vorgestellt.

Vor drei Jahren hatte Udo Weixelbaumer, Gesellschafter der Wexla GmbH und alter Hase in der Schuhbranche, die Idee einer sogenannten "kundenorientierten Massenfertigung". Weixelbaumer erklärt dies folgendermaßen: "Diese zwei Begriffe schließen einander eigentlich aus. Aber hier ist es möglich, alles in einem Produkt zu vereinen. Die Computerfirma Dell zum Beispiel betreibt dies schon seit Jahren, dass man sich seinen Computer selbst zusammenstellen kann." Ab dem Frühjahr oder Sommer 2009 wird das Wexla Modular Shoe System erhältlich sein. Vorerst nur Damenschuhe, Produkte für Herren und Kinder sollen folgen. Alle Einzelteile sind außerdem recyclebar. Die gesamte Idee basiert auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit. "Allein in Deutschland werden jedes Jahr 400 Millionen Paar Schuhe weggeworfen."

Der Schuh besteht aus drei Teilen, die sich jeder individuell seinen Bedürfnissen anpassen kann. Sohle und Oberteil sind durch ein patentiertes Klick-System miteinander verbunden, das Fußbett ist ebenfalls auswechselbar. Das Oberteil kann übrigens von jedermann über das Internet selbst gestaltet werden. Der Durchschnittspreis der verschiedenen Modelle soll zwischen 70 und 75 Euro betragen. Ein wichtiger Vertriebsweg soll das Internet sein.

Die FHS Forschungsgesellschaft mbH will mit Geschäftsführerin Doris Walter dem Projekt Wexla Starthilfe geben: "Es passt gut zum Profil der Fachhochschule. Es ist ein Vorzeigeprojekt, wo sich mit Hilfe der Studenten vom Studiengang Design und Produktmanagement die Theorie in die Praxis umsetzen lässt. In näherer Zukunft wird es für Studenten der Fachhochschule auch Arbeits- und Praktikumsplätze geben. Wir werden das Unternehmen vor allem mit Marketing und PR unterstützen."

Wolfgang Gmachl, Aufsichtsratsvorsitzender der Fachhochschule Salzburg, spricht von einer Idee, "wo ich mich gewundert habe, dass die noch niemand vorher hatte". Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft würde praktisch gelebt werden. Auch amerikanische Schuhkonzerne haben schon Interesse angemeldet und versprechen große Marktchancen.(APA)