Die Freizeit von Jugendlichen ist stark von der Mediennutzung - insbesondere dem Fernsehen - geprägt. 74 Prozent der 3.708 Schüler im Alter von zwölf bis 19 Jahren, die an der aktuellen "Medienpuzzle"-Umfrage teilnahmen, sehen täglich mehr als eine Stunde fern. Im Rahmen des von mehreren Buch-Vereinigungen organisierten Schulprojekts können Jugendliche seit 2003 einmal jährlich ihren Medienumgang angeben und sich im Unterricht mit der Thematik auseinandersetzen.

In der multimedialen Gegenwart gehöre die Leseerziehung neu angedacht, meinte Ossi Hejlek von der Arge "Welttag des Buches" heute, Dienstag, in Wien bei der Vorstellung der Aktion, die dieses Jahr von Februar bis April durchgeführt wurde. Man müsse verstärkt auf die Ausbildung der Medienkompetenz in mehreren Bereichen setzen.

Hejlek zeigte sich bezüglich der Feedbacks der Jugendlichen aus den "Medienpuzzle"-Aktionen zuversichtlich: "Jugendliche schätzen besonders die kommunikativen Elemente von Medien", so das Resümee. Angebote, bei denen man sich selbst einbringen kann, würden intensiv genutzt. Diese Bereitschaft, aktiv mitzubestimmen, müsse man in der Medienerziehung mehr ausschöpfen, forderte Hejlek.

Nach dem Fernsehen ist in der befragten Altersgruppe das Internet das beliebteste Medium. 53 Prozent surfen täglich länger als eine Stunde. 97 Prozent sind regelmäßig im Netz. Kommunizieren gehört vor der Recherche und dem Online-Spielen zu den häufigsten Tätigkeiten im World Wide Web. Unbeliebt sind Podcasts, die von 77 Prozent der Befragten gänzlich ignoriert werden.

Einen hohen Stellenwert genießt hingegen weiterhin das klassische Radio. 41 Prozent der Schüler hören täglich mehr als eine Stunde. Die Beliebtheit wird vor allem durch den mobilen Empfangsweg gestützt. 84 Prozent hören zwar ihre Lieblingsprogramme über den herkömmlichen Radioapparat, aber schon 59 Prozent nutzen dafür ihr Handy. Immerhin 41 Prozent sind am Computer dabei. Im Vordergrund steht der Musikgenuss.

Dieser nehme in der Mediennutzung der Altersgruppe generell einen zentralen Stellenwert ein, meinte Studienautorin Christina Misar-Dietz. Musikvideos zählen auch beim TV-Konsum nach Serien und Spielfilmen mit Abstand zu den drei wichtigsten Kategorien.

Weiter hinten in der Schülergunst liegen die gedruckten Medien. 19 Prozent lesen länger als eine Stunde am Tag in Büchern, vor allem in spannungsgeladene Lektüre wie Krimis. 27 Prozent schlagen täglich eine Tageszeitung auf. Freizeit ist dabei am interessantesten. Sportthemen, Gesellschaftsteile und Reiseberichte werden am liebsten rezipiert. Alarmierend hoch sei hingegen das Desinteresse an Außen- und Innenpolitik. Diese Themenbereiche werden von je 59 Prozent gar nicht gelesen, so Misar-Dietz.

Auch die Online-Version macht die Tageszeitung für die Schüler nicht attraktiver. Im Gegenteil: 64 Prozent lesen im Internet nie eine Zeitung, nur sieben Prozent lesen häufig eine Online-Ausgabe.

Die Zahlen seien nicht das Ergebnis einer repräsentativen Datenerhebung, wurde bei der Präsentation betont. Es solle damit lediglich der Eindruck vermittelt werden, wie Jugendliche mit Medien umgehen und was sie sich von zukünftigen Angeboten wünschen.(APA)