Wien - Für die Wiener Nordost-Umfahrung, also den Abschnitt der Außenring-Schnellstraße (S1) zwischen Schwechat und Süßenbrunn, startet im kommenden Herbst die Umweltverträglichkeitsprüfung. Die erwarteten Nettokosten (1,6 Mrd. Euro) und der Zeitplan (2011 bis 2018) des Projekts bleiben laut Asfinag gleich. Einige Details sind aber umgeplant worden. So wird es beim Lobautunnel nun vier statt zwei Abluftgebäude geben.

Die Asfinag will die S1 im September im Verkehrsministerium einreichen, sagte Alexander Walcher, Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH, am Dienstagabend vor Journalisten. Gegen Ende des Jahres soll dann auch die Trassenentscheidung für die Marchfeld-Schnellstraße (S8) fallen, die künftig die S1 mit der slowakischen Grenze bei Marchegg verbinden wird. "Insgesamt wird der Regionenring Stück für Stück konkreter", so Walcher.

Herzstück der Nordost-Umfahrung wird der rund acht Kilometer lange Tunnel unter Donau und Lobau. Er allein verschlingt rund 1,2 Mrd. Euro. Die Errichtung des zweiröhrigen Bauwerks wird sieben Jahre dauern. Gebaut werden je zwei Fahrspuren samt durchgehendem Pannenstreifen. Alle 250 Meter sind Querschläge geplant, alle 1.000 Meter werden sie befahrbar sein. Ausstiege in den Nationalpark Donauauen wird es nicht geben.

Änderungen gibt es bei der Lüftung. Statt zwei je 30 Meter hohen Schloten sind nun vier vorgesehen (je eine Portalentlüftung und eine Lüftungszentrale an beiden Seiten), die allerdings nur zehn Meter hoch sein werden. Sie sollen die Tunnelluft mit einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Sekunde in die Höhe blasen - und im Regelfall nur untertags in Betrieb sein. In der Nacht reiche der Schub der einfahrenden Autos zum Luftaustausch, so die Asfinag.

"Durch das Projekt wird es keine maßgebliche Verschlechterung der Ist-Situation geben", so Planungschef Christian Honeger zur Frage der Luftschadstoffe: "Dazu kommt eine wesentliche Verbesserung in den Ortsdurchfahrten." Auch beim Lärm oder in Sachen Grundwasser halte man alle Vorgaben ein.

Der weitere Zeitplan: 2010 sollen UVP und weitere Naturschutz- und Wasserrechtsverfahren abgeschlossen werden, 2011 der Bau starten. Der Teil zwischen Groß Enzersdorf und Süßenbrunn soll 2014 in Betrieb gehen, die Gesamtstrecke zusammen mit der S8 2018. Auf der fertigen S1 wird man 100 km/h schnell fahren dürfen, im Tunnel 80 km/h. Prognosen der Asfinag sehen für das Jahr 2025 ein Verkehrsaufkommen von 40.000 bis 60.000 Fahrzeugen pro Tag voraus.

(S E R V I C E - Die Asfinag hält Ende Mai/Anfang Juni in Wien, Groß Enzersdorf. Strasshof und Lassee Planungsausstellungen zur S1 und S8 ab. Details unter http://www.asfinag.at/) (Schluss) ham/hac ~