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Die typische Baumdarstellung einer Newsgroup im Usenet.

Foto: Archiv
Das Usenet, im Jahr 1979 als freie Alternative zum Arpanet, dem Vorläufer des heutigen Internet, in den USA gestartet, steht in Deutschland im Zentrum einer spannenden Diskussion. "Das Schwarze Brett" des Internet, wie das Usenet (Unix User Network) gerne aufgrund seines Aufbaus und der Nutzung bezeichnet wird, soll, wenn es nach den Wünschen der Rechteverwerter geht, wesentlich beschnitten werden.

Forum oder Download-Quelle

Sowohl Anbieter von Usenet-Zugängen, wie auch entsprechende Werbung dafür, soll nun verboten werden. Dies hoffen zumindest die deutsche VideothekenbesitzerInnen, die entsprechende Klagen eingebracht haben, berichtet der Spiegel Online. Aus deren Sicht ist das Usenet kein Diskussionsforum mehr, in dem sich die Leute treffen und austauschen können, sondern lediglich eine riesengroße Ansammlung von raubkopierten Porno- und Kinofilmen.

Zugangsanbieter sollen haften

Geht es nach den Plänen und Wünschen der Videothekare sollen die Zugangsanbieter für die Rechteverletzungen im Usenet haften. Immerhin würden diese in ihren Werbemitteln stets auf die enormen Geschwindigkeiten beim Download illegaler Inhalte hinweisen und so die KundInnen zum Gesetzesbruch animieren. Beim Landgericht München I hat der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels (IVD) mittlerweile eine einstweilige Verfügung gegen einen Zugangsanbieter erwirkt, dieser soll explizit auf entsprechende Downloadangebote in seinen Werbemitteln hingewiesen haben. Laut Spiegel Online bestreitet das Unternehmen die Vorwürfe und sieht sich lediglich in der Rolle eines normalen neutralen Provider.(red)