Paris - Der Flugzeugbauer Airbus hat bei der Entwicklung des neuen Langstreckenjets A350 XWB offenbar noch mit dem Gewicht der Maschine zu kämpfen. Dieses liege acht Tonnen über den Planwerten, berichtete das "Handelsblatt" am Mittwoch unter Berufung auf Branchenkreise. Airbus erklärte, das Gewicht eines neuen Flugzeuges sei "eine ständige Herausforderung". Es sei "nicht ungewöhnlich, in diesem Stadium der Entwicklung Gewichtsprobleme zu haben".

"Bei Programmen wie diesen ist das Gewicht immer ein Kampf, der niemals endet", sagte eine Airbus-Sprecherin. Auch das inzwischen in Dienst gestellte Großraumflugzeug A380 sei anfangs zu schwer gewesen. Bis Jahresende wolle Airbus den endgültigen Bauplan für den A350, sagte die Sprecherin. Bis dahin müsse diese "Herausforderung" gemeistert werden.

Rumpf aus Kohlefaser

Airbus hat bisher offiziell kein Gewicht für den A350 angegeben, der 2013 auf den Markt kommen und dessen Rumpf ganz aus Kohlefaser gefertigt werden soll. Das Unternehmen verwies darauf, dass es darum gehe, die gegenüber den Kunden beworbenen Leistungsziele der Maschine für 270 bis 350 Passagiere einzuhalten. Dabei gebe es neben dem Gewicht mehrere Stellschrauben, etwa die Aerodynamik oder die Triebwerkseigenschaften.

Dem "Handelsblatt" zufolge kommen die Probleme für den Airbus-Konzern, der jüngst weitere Verzögerungen beim A380 bekanntgeben musste, höchst ungelegen: Denn mit dem A350 stehe das Unternehmen unter enormem Zeitdruck, weil das Unternehmen mit der Maschine Boeings Dreamliner 787 Konkurrenz machen wolle. Der sollte ursprünglich schon im Juni 2008 abheben, wegen technischer Schwierigkeiten beim Produktionsanlauf wurde der Start aber auf das dritte Quartal 2009 verschoben. (APA/AFP)