Österreich hinkt den osteuropäischen Ländern bei den Forscherinnen hinterher.

Foto: Med.Uni Graz
Während in der EU mehr als 50 Prozent der StudentInnen weiblich sind, beträgt der Frauenanteil bei den führenden akademischen Posten nur etwa 15 Prozent. Der Mangel an Frauen in Führungspositionen ist in der Wissenschaft und Technik noch stärker ausgeprägt als in anderen Bereichen.

Der Anteil an Forscherinnen im Staats- und Hochschulsektor ist in den einzelnen Mitgliedstaaten der EU sehr unterschiedlich ausgeprägt. "Während etwa Deutschland mit 11,8 Prozent und Österreich mit 10,4 Prozent deutlich unter dem EU-weiten Durchschnitt von 35 Prozent liegen, sind es in Lettland, Belgien, Bulgarien und Rumänien mehr als 40 Prozent", so die SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets.

"Einerseits dauern Beförderungen von Frauen etwa aufgrund der Familienplanung häufig länger als bei Männern, andererseits tragen Geschlechterklischees immer noch zu Trennungen in der Berufswelt bei. Weiters scheint die Wahl des Berufs auch stark mit der familiären Herkunft zusammenzuhängen: Töchter von Ingenieuren und anderen Wissenschaftern schlagen diese Studienzweige häufiger ein, als andere", meint Prets.

Das Europäische Parlament fordert eine Vielzahl von Verbesserungen wie spezifische Unterstützungsaktionen für Forscherinnen und die Förderung von weiblichen Vorbildern, um mehr Mädchen für eine wissenschaftliche Karriere begeistern zu können. "Entscheidend ist jedoch, dass es mehr Transparenz bei der Einstellung von Personal gibt und eine garantierte Geschlechterbalance in den höheren Bereichen von Wissenschaft und Forschung", so Prets. (red)