Schadet "Eraser" (Donnerstag, auf ATV)? Das Buch "Aggressive Medien. Zur Geschichte des Wissens über Mediengewalt" betrachtet die Diskussion historisch.

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Trägt der niedermetzelnde Hollywood-Held "Eraser" zur Verrohung der Jugend bei? Inwieweit spielen Computerspiele eine Rolle bei Amokläufen? Was lösen Bilder im Betrachter aus, die Verliese zeigen, in denen Gepeinigte jahrelang versperrt waren?

Die Wissenschaft weiß darauf auch nach knapp 90 Jahren Forschung keine schlüssige Antwort. Immerhin scheint man sich auf eine Formel geeinigt zu haben: Die schädliche Wirkung von Mediengewalt kann nicht bewiesen werden, aber, so fasst Isabell Otto zusammen: "Sie hat die Eigenschaft, unmittelbar einzuleuchten."

Woher diese indirekte Resignation rührt, fasst Otto in ihrem neu erschienenen Buch "Aggressive Medien. Zur Geschichte des Wissens über Mediengewalt" (transcript) zusammen, in dem sie die historischen Aspekte der uneinigen Wirkungsgeschichte von Mediengewalt erzählt. Sie beleuchtet die Hintergründe der bis heute wirksamen Überzeugungen, die unter anderem von Regierung und Medien der USA in den 1960er-Jahren geprägt wurden.

Erhellendes, wenn das nächste Mal im Fernsehen die Messer gewetzt werden. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 21./22.5.2008)