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Foto: APA/EPA/Mary Wareham
Washington - Die US-Regierung hat sich gegen ein vollständiges Verbot von Streubomben ausgesprochen, wie es derzeit auf einer internationalen Konferenz in Dublin diskutiert wird. "Wir glauben, dass es unmöglich sein wird, Streumunition zu verbieten", sagte der US-Außenamts-Experte Stephen Mull am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. "Dies sind Waffen, die einen gewissen militärischen Nutzen haben."

Mull sagte, Streubomben sollten "technisch verbessert" werden, um die Gefahren für die Zivilbevölkerung zu verringern. Insbesondere müsse erreicht werden, dass Steumunition nach dem Ende einer militärischen Auseinandersetzung unwirksam werde. Wie dies geschehen könnte, sagte Mull nicht.

Die USA sind auf der Konferenz in Dublin nicht vertreten. Mull sagte, wenn der in Dublin vorliegende Vertrag in Kraft treten sollte, könnten US-Kriegsschiffe künftig nicht mehr an Friedensmissionen teilnehmen. Zur Eröffnung der Konferenz in Dublin hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Delegationen aus mehr als 100 Staaten am Montag per Video aufgefordert, "wagemutig und visionär" auf die Ächtung von Streumunition hinzuarbeiten.

Die bis zum 30. Mai dauernde Konferenz berät über einen Abkommensentwurf, der ein Verbot von Herstellung, Erwerb und Lagerung von Streumunition vorsieht. Deutschland fordert, weniger gefährliche Munitionstypen erst nach einer Übergangszeit zu verbieten.

100.000 Menschen durch Streubomben gestorben

Streubomben (englisch: Cluster Bomb Units - CBU) sind in einer Bombe verpackte Sprengsätze. Streubomben-Behälter, also große Bomben oder Raketen, können von Flugzeug abgeworfen oder vom Boden aus, etwa mit Raketenwerfern, abgeschossen werden. Sie öffnen sich noch in der Luft und setzen bis zu 650 kleine Bomben frei. Sprengsätze aus Streubomben können jahrelang unentdeckt herumliegen.

Seit dem Beginn des Einsatzes von Streumunition wurden laut Schätzungen der Hilfsorganisation medico international etwa 100.000 Menschen durch diese Waffenart getötet. Jedes Jahr kommen nach Schätzungen von Behindertenorganisationen zwischen 15.000 und 20.000 Menschen durch herumliegende Streubomben oder Minen zu Schaden. (APA)