Wien - Dem wirtschafts- und gesellschaftskritischen Blick hat sich das Dokumentarfilmfestival "Normale" verschrieben. Von 26. bis 31. Mai werden zum dritten Mal im wienXtra-cinemagic Filme für unterschiedliche Zielgruppen gezeigt. Vormittagsvorstellungen richten sich besonders an Schulklassen, die Abendfilme sind vorwiegend für Studierende und Erwachsene gedacht.

Schulvorstellungen

Bei den Schulvorstellungen am Vormittag steht globales Lernen im Vordergrund. Die Filmvorführungen werden kommentiert und mit inhaltlicher, medienpädagogischer Nachbereitung gekoppelt. Unterrichtsmaterial dazu wird auf der Homepage der Normale zum Download angeboten. Zu sehen sein werden "John & Jane" von Ashim Ashuwalia über Callcenter in Indien, "Livingstones Erben" (S. Schülein, M. Backes und T. Cernay), der den Abenteuertourismus an den Viktoria Fällen auch aus postkolonialistischer Sicht unter die Lupe nimmt, Michael Moores "Sicko" über das amerikanische Gesundheitssystem und eine Kurzfilmreihe zum Thema atypische und prekäre Arbeit.

Diskussionen

Hintergrundinformationen und Analysen wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Probleme stehen im Mittelpunkt der Filmabende. In Anwesenheit von Experten werden folgende Filme diskutiert: "The Devil's Miner" von Richard Ladkani und Kief Richardson, die die Brüder Basilio und Bernardino bei ihrer Arbeit in einer Silbermine begleiteten, "EPADoku" von Eric Moser, der den Abschluss der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen aus senegalesischer Sicht beschreibt und eine Gegenüberstellung der zwei Kurzfilme "Fette Beute - die Agrospritfalle" (Inge Altemeier) und "Greaseball Roadmovie" (Viveca Mellegard) zum Thema Agrosprit.

Die Junge Normale nimmt bereits seit Mitte März an einzelnen Tagen die EURO 2008 zum Anlass, Menschenrechtsverletzungen, Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und Konzerndiktatur mit Filmbeiträgen und anschließenden Gruppenarbeiten zu veranschaulichen. Weitere Termine sind am 30. Mai ("Sold Out - Von der Straße ins Stadion") und am 20. Juni ("Nichts geht ohne Coca-Cola").(APA)