Wien - Gegen die Errichtung einer einheitlichen Behörde zur Korruptionsbekämpfung ist die ÖVP. Justizministerin Maria Berger hatte sich eine solche im Hinblick auf die Errichtung des geplanten Korruptions-Bundesamts von Innenminister Günther Platter und der Korruptions-Staatsanwaltschaft, die kommendes Jahr ihre Arbeit aufnehmen wird, gewünscht. Eine Zusammenlegung der Behörden von Justiz und Polizei sei "alleine schon aus Gründen der Gewaltentrennung nicht möglich", meinte dazu VP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer am Freitag in einer Aussendung. Ein Nein kommt zu dem Berger-Vorstoß auch aus dem Innenministerium." Eine einheitliche Anti-Korruptionsbehörde, die aus allen anderen Strukturen herausgelöst ist, und in der sowohl die Auftraggeber der Ermittlungen, also die Staatsanwälte und die Ermittler sitzen, würde die Effizienz der Strafverfolgung an sich schwächen, sagte Mathias Vogl, der Leiter der Rechtssektion im Innenministerium im ORF-"Mittagsjournal" am Freitag. Der Leiter des Büros für interne Angelegenheiten BIA, das derzeit für die Korruptionsbekämpfung im Innenministerium zuständig ist, Martin Kreutner, kann mit dem Modell, das Justizministerin Berger fordert, ebenfalls nicht viel anfangen. Mit einer einheitlichen Behörde gebe es die potenzielle Möglichkeit, durch dieses Monopol, auch das Monopol zu missbrauchen, so Kreutner zum ORF-Radio. (APA)