Wien - An sich sind Großveranstaltungen für Profi-Wetter eine langweilige Angelegenheit: Statt der sonst an einem Fußball-Wochenende üblichen hunderten Spiele in der Premier League, Serie A und Süper Lig gibt es: zwei Spiele. Trotzdem erwartet Österreichs Sportwettenbranche "während der EURO zehn bis 15 Prozent mehr Umsatz, nicht im Vergleich zum Durchschnitt, sondern zu einem guten Monat", sagt Jürgen Irsigler, Geschäftsführer von Admiral Sportwetten, dem Marktführer in Österreich, zum Standard. Man hofft vor allem auf die Erst- und Gelegenheitswetter, die ein Ereignis wie die Europameisterschaft zum Anlass nehmen, "die Spannung mit Sportwetten zu erhöhen".

Internetanbieter und stationäre Annahmestellen dürften sich das Neugeschäft teilen. Wer wo wettet, hänge stark vom Alter, aber auch vom sozialen Hintergrund ab. Im Internet liege jedoch die größte Dynamik - nicht zuletzt auch deswegen, weil der Sportwettenmarkt in Österreich im Gegensatz zum Glücksspiel seit Jahrzehnten liberalisiert ist und dies Wettende aus anderen Ländern anziehe. Denn die staatlichen Sportwetten könnten oft nicht die gleichen Quoten bieten wie Bwin und Co, da sie im Schnitt höhere Steuerlasten zu tragen haben als die üblicherweise im "Wettparadies" Gibraltar angesiedelten Onlinefirmen.

Die UEFA ist seit den jüngsten Betrugsskandalen eher wettfeindlich eingestellt. In den Fanzonen der Host-Cities sind Wettannahmestellen verboten. Für andere Stellen außerhalb der Cafés und Büros gelten strenge Richtlinien, drinnen muss der Jugendschutz gewährleistet werden. (szem; DER STANDARD Printausgabe 27. Mai 2008)