Rio de Janeiro - Ein in Schweden geborener Unternehmer hat mit seinen Plänen zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien die Aufmerksamkeit des Geheimdienstes und der Polizei auf sich gezogen. Gegen den 46-jährigen Johan Eliasch wird laut einem Bericht der Zeitung "O Globo" vom Montag wegen seinen Äußerungen zum Amazonas-Gebiet ermittelt.

Der Chef des britischen Sportartikelherstellers Head hatte erklärt, das gesamte Amazonasgebiet könne für nur 50 Milliarden Dollar (rund 31,7 Milliarden Euro) aufgekauft werden. Auch soll er nach Angaben von Globo bereits 160.000 Hektar Regenwald in Brasilien erstanden haben.

Illegale Rodungen

Mit seiner Behauptung wollte Eliasch zum Landkauf in Brasilien animieren. Als Gründer des Projekts Cool Earth versucht er Sponsoren für den Erhalt von Regenwald zu finden. Bei Treffen mit Geschäftsleuten in den Jahren 2006 und 2007 ermutigte er diese nach Angaben von "O Globo", Regenwald aufzukaufen. So soll er vor illegalen Rodungen durch Bauern und Viehzüchter geschützt werden.

Für die brasilianische Regierung ist das ausländische Interesse am Amazonas-Gebiet ein rotes Tuch. Jüngst hatten britische Politiker den lateinamerikanischen Staat verärgert, als sie erklärten, der Regenwald sei zu wichtig für die Menschheit, als dass er von der brasilianischen Regierung allein verwaltet werden könne. "Der brasilianische Amazonas hat bereits einen Besitzer, dieser Besitzer ist das brasilianische Volk", sagte Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva am Montag.

Eliasch, der in London lebt, verfügt über ein geschätzes Vermögen von 790 Millionen Dollar (rund 501 Millionen Euro). Er berät derzeit auch den britischen Premierminister Gordon Brown zum Thema Waldsterben. Für seine Organisation Cool Earth erhielt er nicht nur Lob. Kritiker werfen ihm eine Art "grünen Kolonialismus" vor. (APA/AFP)