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Michel Fourniret wurde zu einer Mindesthaftdauer von 30 Jahren verurteilt

Reuters

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Monique Olivier die Ehefrau von Fourniret wurde zu einer 28-jährigen Mindesthaftdauer verurteilt

Foto: REUTERS/Yves Herman
Der zweimonatige Prozess in Charleville-Mézières bestätigte die Franzosen noch in ihrer Abscheu. Michel Fourniret, das sogenannte "Monster der Ardennen", tat alles, um sich noch verhasster zu machen - sofern das möglich ist.

Kein Wort der Reue

Kein Wort der Reue kam dem mageren Mann über die Lippen, nie blickte er im Saal zu den Familienangehörigen der sieben Mädchen und jungen Frauen, die dem geständigen Serienmörder zwischen 1987 und 2001 ins Netz gegangen waren. Einmal bezeichnete er ihren Martertod nebenbei als "bedauerliche Folge meiner Suche nach Reinheit", aber von Bedauern war ihm nichts anzumerken. Er schilderte seine Taten mit brutaler Präzision. Seine Frau Olivier habe ihn sexuell stimuliert, um ihn "in die Lage zu versetzen", die Mädchen zu vergewaltigen. Stundenlang habe er diese gequält, er sei "schlimmer als Dutroux", der belgische Pädophile.

Gefragt, ob er die Familien um Verzeihung bitte, erwiderte Fourniret mit der ihm eigenen Logik, das sei unmöglich bei solch "unentschuldbaren" Taten. Gerichtspsychiater bezeichneten Fourniret als "unheilbar pervers".

"Das absolut Böse" Der Staatsanwalt griff sogar zu religiösen Formulierungen, sah er doch in Fourniret den "Teufel" und "das absolut Böse" verkörpert. Deshalb müsse Fourniret eine lebenslange Haftstrafe erhalten, die nicht verkürzt werden dürfe. Die Geschworenen dürften diesem Antrag folgen, womit der 66-Jährige, der früher schon wegen Sexualdelikten in Haft saß, bis zum Lebensende inhaftiert bliebe.

Christliche Kontaktzeitschrift

De Ehefrau von Fourniret Monique Olivier wurde von ihren Verteidigern als unterwürfig und verängstigt hingestellt. Einer ihrer drei Pflichtverteidiger meinte, Olivier habe sich nie etwas zuschulden kommen lassen, bevor sie in einer christlichen Zeitschrift auf eine Kontaktannonce Fournirets geantwortet habe. Der Staatsanwalt konterte, dass die 58-jährige Mitangeklagte die Mädchen selbst in den Hinterhalt gelockt habe; sie habe ihnen Schlaftabletten verabreicht und die stundenlangen Qualen der Mädchen nie auch nur zu verkürzen gesucht. (Stefan Brändle/DER STANDARD-Printausgabe, 28.5.2008)