Wien - Einige europäische Länder haben scheinbar rechtzeitig vor der Urlaubersaison ihre Verkehrsstrafen drastisch erhöht. In Ungarn wurden mit 1. Mai die Bußgelder angehoben. Wer statt der erlaubten 50 km/h mit 65 fährt, muss mit 120 Euro Strafe rechnen. In Spanien sind für 30 km/h zu schnell gar bis 600 Euro fällig. Einen Strafzettel aus dem Ausland ignoriert man besser nicht, rät der ÖAMTC. Nicht bezahlte Strafen, die nach dem 1. März 2008 begangen wurden, können von österreichischen Behörden zwangsweise eingetrieben werden.

Spanien hat die Strafen für Geschwindigkeitsdelikte drakonisch erhöht. "Bestimmte Vergehen, wie z. B. mit über 200 km/h statt erlaubten 120 km/h auf der Autobahn zu fahren, werden als Straftat eingestuft. Dafür sind Gefängnisstrafen, das Leisten von gemeinnützigen Arbeiten sowie der Entzug des Führerscheins vorgesehen", sagte ÖAMTC-Touristikerin Erika Kabourek.

Seit 1. Mai gelten auch bei unseren ungarischen Nachbarn schärfere Strafen. Wer außerorts statt den erlaubten 90 z. B. 136 km/h fährt, ist 240 Euro los. Auf der Autobahn "kosten" 183 km/h statt der erlaubten 130, 320 Euro.

Die Niederlande haben Anfang April die Bußgelder erhöht. Fahren ohne Sicherheitsgurt kostet 90 Euro, für Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung sind 150 Euro fällig.

In Slowenien müssen seit 30. April Warnwesten nach Unfall oder Panne nicht nur außerorts angelegt werden, sondern auch die Strafen wurden erhöht. Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung kostet 120 Euro. Bei Geschwindigkeitsüberschreitung auf Autobahnen von mehr als 50 km/h muss man mit einer Geldbuße von mindestens 300 Euro rechnen. Bei Promillewerten zwischen 0,5 und 0,8 sind 450 Euro Strafe fällig, bei Werten von 0,8 bis 1,1 zahlt man 570 Euro - bei Werten darüber muss man mit 950 Euro und eventuell mit dem Verlust des Führerscheins rechnen. Für Fahren ohne Abblendlicht am Tag wird man 40 Euro los.

Kroatien hat eine Anhebung der Geldstrafen in Planung. Wer z. B. mit Handy ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, soll 70 Euro zahlen. (APA)