Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: AP/Thomas Kienzle
Paris - Die Rekordpreise für Lebensmittel werden nach Einschätzung der OECD und der Vereinten Nationen in den kommenden Jahren voraussichtlich hoch bleiben. Das teilten die beiden Organisationen am Donnerstag in Paris mit. Neue Essgewohnheiten in den Schwellenländern, Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum trieben die Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln voran. Hart ins Gericht gingen die Experten mit der Förderung von Biotreibstoffen. "Die Nachfrage nach Biokraftstoffen erklärt zu einem großen Teil den Preisanstieg", hieß es.

Derzeit seien die Preise nahezu aller Grundnahrungsmittel auf einem Rekordhoch. Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) veröffentlichten eine entsprechende Studie. Am stärksten betroffen seien die Stadtbewohner in Entwicklungsländern, die sich nicht selbst ernähren könnten, hieß es in dem Agrarausblick. "Heute leiden rund 860 Mio. Menschen an Hunger und Mangelernährung - das zeigt, wie wichtig es ist, wieder stärker in Landwirtschaft zu investieren", sagte FAO-Generalsekretär Jacques Diouf. "Landwirtschaft muss wieder auf die Entwicklungs-Agenda gesetzt werden."

OECD-Generalsekretär Angel Gurria forderte eine Liberalisierung des Handels. "Steigenden Lebensmittelpreisen kann man nicht durch Protektionismus beikommen", sagte er. "Der richtige Weg ist eine Öffnung der Agrarmärkte und Freisetzung der produktiven Kapazitäten der Landwirte, die wiederholt bewiesen haben, dass sie auf Marktsignale reagieren." (APA/dpa)