Wien - Österreichs Milchbauern sind zunehmend mit dem Weltmarkt verbunden. Preissignale finden also auch hierzulande - wenn auch zeitverzögert - ihren Niederschlag, erklärte der Agrarexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Franz Sinabell, die aktuellen Preissenkungen bei Milch und Milchprodukten.

Auch auf der Kostenseite bekommen die Milchbauern die internationale Entwicklung durch den hohen Ölpreis zu spüren. Was Österreichs Milchlieferanten aber nicht vergleichbar mit anderen Strukturen mache, seien die Produktionskosten, so Sinabell. "Das hat zu dem aktuellen Dilemma geführt", sagte der Experte.

Quotenerhöhung

"Österreich ist ein Milchland. Im internationalen Vergleich kann bei uns unter relativ günstigen Bedingungen produziert werden. Andere EU-Länder haben da weniger komparative Vorteile", so Sinabell.

Das gelte aber nicht für jeden einzelnen Betrieb, deutete der Experte eine Fortsetzung des Strukturwandels an: "Betriebe, die schon bisher am Rande der Wirtschaftlichkeit standen, sind gefährdet". Verschärft werde die Lage durch die Quotenerhöhung der EU und die Tendenzen zu einer weiteren Liberalisierung des Milchmarktes durch ein vollständiges Auslaufen der Milchquote ab 2015.

Abgesichert würde der Milchstandort Österreich durch politische Maßnahmen wie das Bergbauernprogramm. Das sichere die Produktion zumindest in den Berggebieten. Regionen wie das Burgenland oder das nördliche Niederösterreich und Oberösterreich erhielten dagegen aus diesem Topf keine Förderungen. (APA)