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Serena Williams kann einpacken.

Foto: APA/AP/Vincent
Paris - Bei den French Open 2008 wird es ein neues Siegergesicht bei den Damen geben: Serena Williams hat sich am Freitag in Paris überraschend in der dritten Runde der Slowenin Katarina Srebotnik beugen müssen. Die als Nummer 5 gesetzte US-Amerikanerin beging viele Fehler und verlor mit 4:6,4:6. Da sie 2002 als letzte noch aktive Spielerin in Paris gewonnen hat, wird nach dem Rücktritt von Justine Henin ein neuer Name an die Damen-Siegerliste angefügt. Henin hatte in den vergangenen fünf Jahren ja viermal den Titel geholt.

Nach Serena Williams ist auch Schwester Venus überraschend ausgeschieden. Die als Nummer acht gesetzte Venus Williams unterlag am Freitagabend der Italienerin Flavia Pennetta in der dritten Runde mit 5:7,3:6. Pennetta verwertete um 21.48 ihren ersten Matchball, als das Match wegen Dunkelheit kurz vor dem Abbruch stand. Sie trifft in ihrem ersten Paris-Achtelfinale auf die spanische Qualifikantin Carla Suarez Navarro.

Titelverteidiger Rafael Nadal ist in der dritten Runde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht geworden. Der 21-jährige Spanier kommt immer besser in Fahrt und benötigte nur knapp zwei Stunden, um den Finnen Jarkko Nieminen 6:1,6:3,6:1 zu besiegen. "Ich habe schon wieder besser gespielt als gestern (Donnerstag, Anm.), zwar noch nicht unglaublich, aber besser."

Der Paris-Dominator der vergangenen drei Jahre feierte damit seinen 24. Sieg im 24. Spiel in Roland Garros und blieb dort 2008 weiter ohne Satzverlust. "Ich bin nach drei Matches in drei Tagen nun schon ein wenig müde, aber trotzdem froh, dass ich noch keinen Satz abgeben musste. Nun habe ich Zeit, zu regenerieren", meinte Nadal, der nach vier Tagen am Samstag erstmals spielfrei hat. Nadal hatte zuvor die vom Regen beeinflusste Spielansetzung der Organisatoren kritisiert.

Novak Djokovic ist Nadal ins Achtelfinale gefolgt. Der Nummer drei der Welt reichte am Freitag gegen den US-Amerikaner Wayne Odesnik eine solide Leistung zu einem ungefährdeten Dreisatzsieg. Djokovic trifft in der Runde der letzten 16 auf den Franzosen Paul-Henri Mathieu. Nadal, der im Achtelfinale von seinem spanischen Landsmann Fernando Verdasco gefordert wird, und Djokovic würden im Halbfinale aufeinandertreffen.

"Ich bin mit meiner Leistung nicht besonders zufrieden, aber er (Schwank, Anm.) hat gut gespielt. Aber ich habe im vergangenen Jahr schon gezeigt, dass ich in der zweiten Woche besser spiele", meinte Djokovic. Der 21-jährige Serbe freut sich schon auf das Achtelfinale gegen Mathieu: "Das Publikum wird hinter ihm stehen. Ich bin der Favorit und viel wird von mir abhängen. Ich muss aggressiv spielen."

Die Überraschung des Turniers lieferten bisher die Franzosen. Mit Mathieu, Jeremy Chardy und Michael Llodra stehen bereits drei Lokalmatadore im Achtelfinale. Mathieu besiegte den Argentinier Eduardo Schwank, der zuvor inklusive Qualifikation und Challengerturnieren in 20 Spielen unbesiegt war, in vier Sätzen. Der 21-jährige Chardy, als Weltranglisten-145. nur dank einer Wildcard dabei, schaltete nach David Nalbandian den Russen Dimtrij Tursunow aus.

Llodra setzte sich gegen den Italiener Simone Bolelli durch. Damit kommt es gegen den von Karl-Heinz Wetter trainierten Letten Ernests Gulbis zum Duell der Ungesetzten um einen Platz im Viertelfinale. Ausgeschieden ist hingegen der als Nummer zehn gesetzte Andy Murray. Der Schotte, im September mit Großbritannien Österreichs Daviscupgegner in Wimbledon, musste sich dem spanischen Sandplatzspezialisten Nicolas Almagro in vier Sätzen geschlagen geben.

Erst in die dritte Runde ist die neue Nummer 1 der Welt, Maria Scharapowa, eingezogen. Die Russin, die sich schon zum Auftakt gegen ihre russische Landsfrau Jewgenia Rodina erst mit 8:6 im dritten Satz durchgesetzt hatte, überzeugte auch am Freitag nicht wirklich. Scharapowa benötigte auch gegen die US-Amerikanerin Bethanie Mattek beim 6:2,3:6,6:2 drei Durchgänge. Sie trifft nun auf die Italienerin Karin Knapp.

Wesentlich besser ging es da in Runde 3 der als Nummer zwei gesetzten Serbin Ana Ivanovic, die Meusburger-Bezwingerin Caroline Wozniacki (DEN-30) mit 6:4,6:1 besiegte. Die Vorjahrs-Finalistin war allerdings vor allem im ersten Satz nicht voll auf der Höhe, ihren Aufschlag musste sie zweimal abgeben. Ivanovic trifft im Achtelfinale überraschend auf die Tschechin Petra Cetkovska. Mit ihrer programmierten Viertelfinal-Gegnerin Serena Williams wird sich die Serbin aber nicht mehr befassen müssen.

Denn für Williams blieb nur noch der Rückblick auf ihr Einzel-Aus: "Ich habe einfach eine Menge einfacher Schläge verhaut und auch bei wichtigen Punkten konnte ich kein Kapital daraus schlagen", sagte Serena, die erst zum zweiten Mal in bisher acht French-Open-Auftritten die vierte Runde nicht erreicht hat. So früh war Serena Williams zuletzt 1999 in Paris ausgeschieden, die bis dato letzte Drittrunden-Niederlage bei einem Major-Turnier erlitt sie bei den Australian Open 2006.(APA)