Es ist heiß, es bleibt heiß, widmen wir uns also einer leicht verdaulichen Seite unseres Fehlerschaffens. Wir können ja schließlich auch mit kulinarischen Irrtümern aufwarten. Da war also dieser Titel am vergangenen Dienstag: „Vom Himmel fällt kein Pfannkuchen“. Milch, Zucker, Salz, Eier und Mehl: Rein inhaltlich sind diese ja dasselbe wie Palatschinken, aber aus sprachlicher Sicht ist doch ein Unterschied gegeben. Der Fehltritt entstand wahrscheinlich in Zuge der Übertragung dieses Titelzitats aus dem Chinesischen. Im Original kann man sich das so vorstellen: Wenige Tage zuvor berichteten wir über „Fernsehen vom Holzkohlengrill“. Eine Bratwurst soll cross sein, teilten wir mit. Eine große Wurst kreuzweise einschneiden? Das war nicht gemeint, es geht um die knackige Hülle, die Grillmeister sollen darauf schauen, dass diese kross ist.

Im Freitagblatt schließlich fand sich ein Hinweis auf ein Betriebs-an-baugebiet in Oberösterreich. Betriebsbaugebiete gibt es viele, Flächen, auf die man offenbar Ziegel sät und dann auf das Erscheinen von Fabriken wartet, sind neu.

Das Gegenteil von neu ist überholt. Am Mittwoch ließen wir den neuen ÖBB-Chef auftreten und meldeten, er werde bis Herbst eine überholte Strategie vorstellen. Es ist nicht klar, warum er damit so lange warten will, im Herbst wird die Sache aber sicher noch überholter sein. Das kann man noch steigern, der Superlativ fand schon im April Eingang ins Blatt. Wir stellten den israelischen Parteiführer Yossi Beilin vor, als früheren Ex-Justizminister. Früher einmal schon „Ex“ gewesen zu sein, das will etwas heißen. (Otto Ranftl, Leserbeauftragter, DER STANDARD, Printausgabe, 31.5/1.6.2008)