Johannesburg - Im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe wächst Berichten zufolge die Gewalt zwischen den Anhängern von Präsident Robert Mugabes ZANU(PF)-Partei und der oppositionellen MDC. Knapp vier Wochen vor der Stichwahl zwischen Mugabe und Oppositionschef Morgan Tsvangirai um das Amt des Staatschefs wurden nach Rundfunkangaben vom Sonntag zwei ZANU(PF)-Anhänger von Unbekannten erschossen. Tsvangirais Partei - die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) - hat die Zahl ihrer bei gewaltsamen Übergriffen getöten Anhänger auf mindestens 50 beziffert.

Der MDC-Vorsitzende prangerte den Vermittler in der Simbabwe-Krise - Südafrikas Präsidenten Thabo Mbeki - nach Informationen der Zeitung "Sunday Times" als parteiisch und ineffektiv an. In einem offiziell unbestätigten Schreiben an Mbeki soll er ihm in scharfen Worten einen Mangel an Respekt vor der MDC wie auch an moralischer Eignung vorgeworfen haben. Als er seine Vermittlerrolle aufgenommen hatte, habe Simbabwe noch eine funktionsfähige Wirtschaft gehabt. Nun aber seien Millionen Simbabwer auf der Flucht.

Die Stichwahl in Simbabwe wird nötig, weil nach dem Endergebnis der Präsidentenwahl vom 29. März Tsvangirai zwar Mugabe geschlagen, aber die nötige absolute Mehrheit verfehlt hat. Das Land befindet sich zur Zeit in der schlimmsten Krise seiner Geschichte. Die Hyperinflation beträgt nach inoffiziellen Angaben des nationalen Statistikbüros mittlerweile weit über eine Million Prozent. (APA/dpa)