Belgrad/Skopje – Der Verlauf der mazedonischen Parlamentswahl am Sonntag hat nicht internationalen Standards entsprochen. Dies teilte die Wahlbeobachtungsmission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Montag in Skopje mit. Der Urnengang war von gewaltsamen Zwischenfällen in mehreren albanischen Orten überschattet gewesen. Eine Person kam bei Schießereien ums Leben, neun weitere wurden verletzt. In etwa einem Prozent der Wahllokale musste die Wahl abgebrochen werden; sie wird in zwei Wochen nachgeholt. Das endgültige Urteil hänge vom Verlauf der Wahlwiederholung ab, sagten die OSZE-Beobachter.

Die konservative Partei VMRO-DPMNE von Premier Nikola Gruevski erhielt 48 Prozent der Stimmen und gewinnt damit die absolute Mehrheit im Parlament. Die oppositionellen Sozialdemokraten kamen auf 24 Prozent.

Die albanische Demokratische Integrationsunion (DUI) des früheren Rebellenführers Ali Ahmeti wurde knapp stärkste Kraft unter den Albanern. Die albanischen Parteien sind deshalb so wichtig, weil das Friedensabkommen von Ohrid, das die ethnisch motivierten Kämpfe in Mazedonien beendete, vorsieht, dass eine albanische Partei stets in der Regierung vertreten sein muss. (Andrej Ivanji/ DER STANDARD Printausgabe, 3.6.2008)