Sie reden überall mit, obwohl sie auf dem Papier gar nicht so viel zu sagen hätten. Die Macht der Landeshauptleute, erklärt der Verfassungsjurist Heinz Mayer, "ist im Wesentlichen eine politische". Der Bundesrat etwa ist als offizielle Länderkammer praktisch machtlos, doch de facto sind die Oberhäupter der Länder in die wichtigen Entscheidungen involviert - etwa via Finanzausgleich, wo das Steuergeld aufgeteilt wird. Ihre Position ist dabei bequem. Vereinfacht gesagt: Die Bundesregierung knöpft dem Volk das Geld per Steuer ab, die Länder geben es wieder aus. Rechtliche Macht haben Landeshauptleute vor allem, wenn es ums Blockieren gehe, sagt Mayer und erinnert an die verhinderten zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten: "Gegen einen starken Landeschef kommt die Bundespolitik schwer an." (jo, pm/DER STANDARD, Printausgabe, 6.6.2008)