Rom - Rund dreitausend Roma haben am Sonntag in der italienischen Hauptstadt Rom gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert. "Nein zur Fremdenfeindlichkeit", "Schluss mit Pogromen" und "Roma führten noch nie Krieg" stand auf den Transparenten der Teilnehmer. Mitte Mai waren in einem Vorort von Neapel Barackensiedlungen von Roma von erbosten Anwohnern in Brand gesetzt worden. Am Freitag ließ der neue Bürgermeister von Rom, der ehemalige Neofaschist Gianni Alemanno, ein Zeltlager von Roma in der Hauptstadt räumen. Dessen 122 Bewohner waren alle italienische Staatsbürger und wurden auf ein Gelände am Stadtrand gebracht.Rund 150.000 Roma leben Schätzungen zufolge in Italien, die meisten stammen aus Rumänien, etliche aus dem früheren Jugoslawien, die Mehrzahl sind italienische Staatsbürger. Die Übergriffe im Mai erfolgten nach Berichten, wonach eine Roma-Frau versucht haben soll, ein Baby zu entführen. Ohne dass der Vorfall von der Polizei aufgeklärt wurde, erschien die Zeitung des Regierungschefs Silivo Berlusconi "Il Giornale" kurz darauf mit der Schlagzeile: "So verkaufen Roma Kinder". Außerdem ernannte die Regierung Sonderkommissare, die die nicht genehmigten Siedlungen der Roma in Mailand und anderen großen Städten auflösen sollen. (APA/AFP)