Konzept eines modernen "Mutterschiffs" und den "Tochterschiffen" aus der Hand von Designer Frederik Johansson - präsentiert bei der 50-jahrfeier dews Passenger Shipping Association PSA.

Foto: PSA
London/Wien - In Zukunft könnten Kreuzfahrtschiffe mit denen man die wohlverdiente Urlaubreise antritt etwas anders aussehen, als man es bisher gewohnt ist: Ein riesiges Mutterschiff und zahlreiche kleinere Tochterschiffe sollen noch mehr Passagiere dazu animieren, Urlaub auf Hoher See zu machen. Kreuzfahrttourismus erweist sich nach jüngsten Statistiken als der Renner im Reisegeschäft. Eine überdimensional starke Nachfrage gab es in den Preiskategorien zwischen 600 und 1.200 Euro.

Das Design der neuen Mutterschiffe stammt von Fredrik Johansson, dem Senior-Architekt der Tillberg Design, und Schöpfer von Schiffen wie der Queen Elizabeth 2, der Queen Mary 2, der Independance of the Seas und der Crystal Serenity. Die Konzepte wurden bei der 50-Jahrfeier der Passenger Shipping Association (PSA) in London vorgestellt. "Diese Entwürfe sind die Schiffe der Zukunft mit natürlichen und zeitlosen Materialien in einem zeitgemäßen Design", so der Architekt. "Die neuen Schiffe, ebenso auch wie die Fähren, haben eine eigenständige Identität, die sowohl den Außen- als auch den Innenbereich, umfassen." Dazu gehöre auch das Entertainment-Programm an Bord, das Catering-Konzept und die Landausflüge, beschreibt Johansson die Zukunft. Damit könne man einem jungen, designinteressierten und umweltbewußten Publikum begegnen. Und genau dies sei die Zielgruppe der Zukunft.

"Die Idee ist sehr interessant", meint Manfred Jägersberger-Greul, Geschäftsführer von Caravelle-Seereisen. Wenn Häfen zu klein zum Anlegen sind und mit Beibooten die Passagiere an Land gebracht werden, sei das Problem nachvollziehbar. "Allerdings ist das Umsteigen für den Kunden zum Teil nicht besonders komfortabel", führt der Unternehmer, der Generalvertreter für Royal Caribbean und Celebrity Cruises ist, aus. Die neue Genesis-Klasse mit 220.000 BRT und 5.400 Passagieren ist natürlich nicht so wendig, wie ein kleines Schiff und daher stellen Landausflüge ein logistisches Problem dar. Das Urlaubskonzept laute daher "The Ship is The Destination". "Tatsächlich sind diese Schiffe wie eine kleine in sich geschlossene Kleinstadt mit 20 Bars, einer Reihe von Restaurants, Weinkellern, einer Shopping Mall und nahezu unvorstellbar vielen zusätzlichen Freizeitangeboten."

Die technische Entwicklung habe es auch möglich gemacht, einen Grossteil der Besatzung heute für den Service-Bereich abzustellen. "Waren vor einigen Jahren noch 25 Prozent der Besatzung für den technischen Betrieb des Schiffes abgestellt, ist der Prozentsatz nun auf zehn Prozent gesunken." Das bedeute, dass der Großteil der Besatzung heute für den Service der Passagiere da ist. Der Float-Out der Oasis of the Seas , dem ersten Schiff der Genesis-Klasse, werde übrigens demnächst auf den Aker Yards in Turku, Finnland, erfolgen, so Jägersberger-Greul abschließend gegenüber pressetext. (pte)