Innsbruck - Der politische Erdrutsch bei der Tirol-Wahl bringt auch massive personelle Änderungen im Landtag. Rund die Hälfte der Köpfe wird bei der konstituierenden Sitzung neu sein. Schillernd ist die siebenköpfige Dinkhauser-Riege unter anderem mit Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser und dem stellvertretenden Schützenobmann Stefan Zangerl. Prominentester FPÖ-Landtagsabgeordneter ist Landesparteiobmann Gerald Hauser. Bei der ÖVP hätte die selbst ernannte Landeshauptmann-Kandidatin Elisabeth Zanon nicht einmal ein Mandat ohne Regierungsbeteiligung der Volkspartei. Fix im Landtag ist bereits EURO-Schiedsrichter Konrad Plautz.

Noch keine endgültige Zusammensetzung

Noch ist nicht endgültig fix, wie die Zusammensetzung des Landtages aussieht. Dies hängt unter anderem davon ab, wer in die Landesregierung aufrückt, wer sich eventuell ganz aus der Politik zurückzieht und ob das jeweilige Grundmandat oder ein Sitz über die Landesliste angenommen wird. Diese Option hätte etwa Landeshauptmann Herwig van Staa, der theoretisch auf sein Direktmandat in Innsbruck-Stadt verzichten und den Platz für Zanon freimachen könnte. Dann wiederum wäre Hannes Staggl sein Mandat über die Landesliste los.

Dabei verfügt die ÖVP über deutlich weniger Grundmandate als noch beim letzten Mal. Gleich vier Stück gingen verloren. Trotzdem hat die Volkspartei in allen neun Wahlkreisen Direktmandate erobert, gesamt kam man auf zwölf. Bei der SPÖ gingen ebenfalls vier Grundmandate verloren, allerdings hatten die Sozialdemokraten nur fünf, es blieb also nur eines übrig, das Verkehrslandesrat Hans Lindenberger in Innsbruck-Land holte.

Zwei Direktmandate für Grüne

Sogar die Grünen haben noch zwei Direktmandate zur Verfügung, in Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land, wobei letzteres wackelt und erst nach Auszählung der Wahlkarten endgültig feststeht. Fix durch ist Gebi Mair, Christine Baur wäre bei Verlust des zweiten Direktmandats aber durch die Landesliste abgesichert. Verloren haben die Grünen zwar massiv an Stimmen, aber zumindest nicht an Grundmandaten. Auch 2003 waren es deren zwei.

Ebenfalls auf zwei Direktmandate kam der große Wahlsieger, die Liste Fritz Dinkhauser. Der Namensgeber selbst sicherte sich seinen Sitz im Landtag in Innsbruck-Stadt, der Vizebürgermeister von Fulpmes Gottfried Kapferer holte den in Innsbruck-Land. Auch die FPÖ hat wieder ein Grundmandat und zwar in Innsbruck-Land.

Vier neue FPÖ-Mandatare

Liste Dinkhauser und Freiheitliche sind es auch, die für die meisten Platzwechsel im Landtag sorgen. Alle vier FPÖ-Mandatare waren bisher nicht im Landhaus vertreten, bei der Liste Dinkhauser und ihren Abgeordneten verhält es sich ebenso. Beide Fraktionen tun allerdings nicht viel für den Frauenanteil. Die Freiheitlichen sind allesamt männlich, von den sieben Dinkhauser-Mandataren gibt es mit Andrea Haselwanter nur eine Frau. Überhaupt gäbe es nach derzeitigem Stand nur neun weibliche Mandatare von insgesamt 36, also genau ein Viertel.

Einige Neulinge wird es im Team der ÖVP geben. Von den Landesräten sicherten sich alle außer Zanon fix einen Sessel im Landtag, sollten sie der nächsten Regierung nicht mehr angehören. Neu mit dabei sind Schiedsrichter Plautz, Landesgeschäftsführer Johannes Rauch und Sonja Ledl, Leiterin eines Wohn- und Pflegeheims. Aus dem Bezirk Kitzbühel kommt Franz Berger neu ins Landesparlament. Keinerlei Neuen gibt es nach derzeitigem Stand bei der SPÖ. (APA)