Das "New York City Waterfalls Project", das in wenigen Tagen zu sehen sein wird.

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Gelebt hat Olafur Eliasson immer in Dänemark. Aber seine Eltern stammen aus Island, wo der 1967 geborene Künstler regelmäßig den Sommer verbrachte. Die karge Landschaft, das eindrucksvolle Licht, die faszinierenden Gletscher sind bis heute zentrale Motive seiner Fotografien. Berühmt geworden ist Eliasson mit seinen raumgreifenden Installationen.

In den wichtigsten Museen weltweit, im Dänischen Pavillon 2003 in Venedig oder jetzt gerade im MoMA in New York, zieht Eliasson sein Publikum in den Bann, wenn er einen Lichtturm mit Spiegeln, einen Pavillon aus Eis oder einen Wasserfall wie im Innenhof des Landesmuseum Joanneum in Graz baut. Seinen künstlichen Sonnenaufgang in der Tate Gallery in London sahen mehr als zwei Millionen BesucherInnen, sie nahmen sich Decken mit und verbrachten halbe Tage im Museum - denn Eliassons Kunst ist nicht mit einem Blick zu erfassen, sondern muss erlebt werden.

In den drei Stockwerken seines Berliner Ateliers, einer alten Ziegelhalle neben dem Hamburger Bahnhof, forschen und experimentieren 35 Mitarbeitende an komplexen Installationen nicht nur für Museen, sondern auch für den öffentlichen Raum oder für Opern. Für Hans Werner Henzes Konzertoper "Phaedra", die gerade im Theater an der Wien Premiere feierte, konstruierte er einen verspiegelten, semitransparenten Vorhang, der das Publikum mit sich selbst konfrontiert, und in Manhattan wird er Grenzen ausloten, wenn ab dem 16. Juni vier gigantische Wasserfälle unsere Wahrnehmung von Wasser und Stadt neu prägen werden. (Sabine B. Vogel/Der Standard/rondo/13/06/2008)