Wien - Ein von einer Lenkerin ausgerufener groß angelegter Taxi-Streik in Wien ist vorläufig ausgeblieben. An einer Protestfahrt über den Ring und die 2er-Linie haben sich Donnerstagvormittag vorerst lediglich 15 Taxis beteiligt. Sollte es zu Behinderungen kommen, werde die Polizei einschreiten, kündigte Georg Samueli vom Verkehrsamt Wien an. Andreas Curda von der Wiener Taxi-Innung schloss jedoch aus, dass sich noch mehr Taxis an den Protesten beteiligen werden. Die Unternehmen hätten die Proteste nicht unterstützt.

2.000 der 3.800 Streikposten angekündigt

Eine Lenkerin, die die Proteste initiiert hatte, hat in den vergangenen Tagen in Zeitungsinterviews angekündigt, dass sich rund 2.000 der 3.800 Wiener Taxis an dem Streik beteiligen würden und bis Mitternacht keine Passagiere befördern wollten.

Taxi-Innung will Anhebung der Tarife

Hintergrund sind die stark gestiegenen Dieselpreise. Die Taxi-Innung will bei der Stadt Wien eine Anhebung der Tarife erreichen, um die gestiegenen Kosten unterzubringen.

"Wir wollen, dass uns der hohe Dieselpreis abgegolten wird. Wir setzen aber auf Verhandlungen und nicht auf Aktionismus. Gerade zur Fußball-Europameisterschaft sind solche Aktionen völlig kontraproduktiv", sagte Curda.

Keine Gefahr für Fußballfans

Auch Pail Blachnik vom Bundesfachverband zeigte zwar "Verständnis für den Unmut". Ein Streik auf Kosten der Fußballfans sei aber "in jedem Fall die falsche Antwort zum falschen Zeitpunkt". Wenn überhaupt, könne man davon ausgehen, "dass sich die Proteste in kleinem Rahmen halten werden". Die beiden Taxi-Großfunkzentralen in Wien 40100/60160 und 31300 hätten bereits klargestellt, dass sie sich keinesfalls an derartigen Aktionen beteiligen werden. "Die Taxi-Fahrten zum Spielort sowie zu den Fanzonen werden wie schon an den bisherigen EM-Tagen reibungslos abgewickelt", so Blachnik.

Die Verhandlungen zwischen den Taxi-Unternehmen und der Stadt Wien sollen nächste Woche weitergehen und seien auch in der Vergangenheit immer zu einem positiven Abschluss gekommen. Er rechne nicht mit einem Scheitern, so der Geschäftsführer der Wiener Taxi-Innung. Um wie viel die Tarife steigen sollen, wollte Curda unter Verweis auf die laufenden Gespräche nicht beziffern.

Die Innung rechnet nicht mit einer großen Pleitewelle bei den Taxi-Unternehmen. "Ich gehe davon aus, dass unsere Unternehmen versuchen werden, möglichst günstig zu tanken und auf Fahrzeuge mit niedrigerem Verbrauch oder zunehmend auch auf Erdgas umsteigen werden", so der Innungs-Geschäftsführer. (APA)