"Ich bin ein Verfechter des freien Hochschulzugangs", lautete Wissenschaftsminister Johannes Hahns Ansage, bevor er eine der wichtigsten Änderungen durch die Unigesetz-Novelle verkündete: "Künftig wird es qualitative Zugangsbeschränkungen für Master- und PhD-Studien geben."

Wie die aussehen werden, hat sich der Minister selbst nicht überlegt, nur wie sie heißen: "Es handelt sich um Bedingungen, nicht Beschränkungen", korrigiert er seine Forderung. Eine mögliche Bedingung: Bachelor-Studierende sollen schon ihre Wahlfächer an das von ihnen angestrebtes Master-Studium orientieren.

So ganz will sich Hahn aber auch nicht darauf festlegen. Zum Glück. Denn wer in den vergangenen fünf Jahren an einer öffentlichen Hochschule studiert hat, weiß: Kurse wählt meist nicht der Studierende selbst aus, sondern der Computer - nach Zufallsprinzip oder "First come first served"-Prinzip. Dass die Wahlfächer dann auch tatsächlich die eigenen Interessen widerspiegeln, ist Glückssache.

Andere Vorschläge hat der Wissenschaftsminister derzeit nicht auf Lager. Nur eins sei sicher: Quantitative Beschränkungen kämen nicht infrage, die Zahl der Studierenden bleibe offen.

Das könnte man Hahn allerdings nur glauben, wenn er seine "Bedingungen" im Begutachtungsentwurf klarer definiert hätte. So überlässt er den Universitäten das Denken. Sein Hinweis, dass es sich nicht um Knock-Out-Verfahren handeln soll, ist dabei fraglich. Immerhin lassen sich strenge Prüfungen leichter in die Praxis umsetzen als Hahns vage Vorstellungen.

Hahns Ziel, die Studierendenzahl in Österreich zu erhöhen, ist mit einer Beschränkung, ob qualitativ oder quantitativ, in weiter Ferne. Aber dafür hat man in der Novelle schon indirekt die passende Maßnahme getroffen: Geld können die Unis künftig bei ausländischen Studierenden scheffeln. Was vom freien Hochschulzugang bleibt, sind Hahns leere Worte, der Rest ist Geschichte. ( Elisabeth Oberndorfer /derStandard.at, 12. Juni 2008)