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Robben könnte Kuyt ersetzen.

Foto: Reuters/Kooren
Mit einem genesenen Arjen Robben und einer gehörigen Portion Selbstvertrauen geht die niederländische Fußball-Nationalmannschaft in den Schlager der Gruppe C in Bern gegen Frankreich. Nach dem 3:0-Auftakttriumph gegen Weltmeister Italien könnten die Oranjes bei der EURO 2008 mit einem neuerlichen Erfolg bereits das Viertelfinal-Ticket buchen. So weit denkt Teamchef Marco van Basten aber noch nicht. "Es wird ein ganz neues und ein sehr schwieriges Spiel", betonte der Bondscoach.

Rechtzeitig vor dem Duell mit dem Vizeweltmeister, der nach dem 0:0 gegen Rumänien schon deutlich mehr unter Druck steht, meldete sich auch Flügelspieler Robben fit. Den 24-Jährigen von Real Madrid hatten zuletzt Adduktorenprobleme außer Gefecht gesetzt. Ursprünglich war seine Rückkehr erst für das abschließende Gruppenspiel gegen Rumänien vorgesehen gewesen. "Robben ist nicht nur für Rumänien bereit, er ist auch für Frankreich bereit", bestätigte Van Basten am Donnerstag in Lausanne.

Robben statt Kuyt?

Der Real-Star dürfte damit gegen die Franzosen anstelle von Dirk Kuyt in die Startformation zurückkehren. Der Liverpool-Stürmer hatte gegen Italien allerdings am rechten Flügel überzeugt. Auch Arsenal-Stürmer Robin van Persie dürfte nicht mehr als die Reservistenrolle bleiben. "Das ist ein Luxusproblem. Das habe ich gerne", erklärte Van Basten, der im Angriff erneut auf Solospitze Ruud van Nistelrooy und dahinter auf Spielmacher Wesley Sneijder vertraut. "Beide haben sehr, sehr wichtige Rollen."

Den Druck sieht der Bondscoach deutlich mehr auf den Franzosen lasten. Dementsprechend kündigte der ehemalige Weltklasse-Stürmer auch keinen Sturmlauf seiner Elf an. "Frankreich muss mehr angreifen als wir. Natürlich ist es unsere Mentalität, offensiv zu spielen. Aber es wird eher ein Mittelding werden", sagte Van Basten. Schon zum Auftakt gegen Italien hatte sich sein Team nicht nur durch ein Angriffsfurioso, sondern auch durch eine kompakte Defensivleistung ausgezeichnet.

Ein gutes Spiel zu wenig

Van Basten kann das aber schon fast gar nicht mehr hören. "Wir haben viel über das Spiel gegen Italien gesprochen. Aber mit einem guten Spiel gewinnen wir kein Turnier. Wir müssen mit beiden Beinen am Boden bleiben", betonte der Teamchef. Daher will er weder von möglichen Viertelfinal-Gegnern noch von möglicherweise geschonten Spielern gegen Rumänien etwas wissen. "Frankreich ist ein ernster Gegner. Es wird schwierig, unser Level zu halten."

Die Spieler wollen sich ebenfalls nicht vorzeitig gratulieren lassen. "Wir haben noch nichts in der Hand", betonte Kapitän Edwin van der Sar, der in der entscheidenden Phase gegen Italien mehrere Glanztaten vollbracht hatte. "Wir müssen ruhig bleiben. Unser Ziel ist nach wie vor das Finale und dieses auch zu gewinnen", ergänzte Sneijder, der überragende Mann der Auftaktgala. 20 Jahre nach dem Traumtor Van Bastens im EM-Finale 1988 gegen die Sowjetunion (2:0) wäre es erst der zweite Titel für Oranje. Davon träumen auch die 50.000 niederländischen Fans, die in Bern erwartet werden. (APA)