Die Fußball-Europameisterschaft hat das Wettgeschäft der großen Sportwettenanbieter aus Österreich in den ersten Spieltagen kräftig belebt. Der Internet-Wettenanbieter bwin erwartet nach den ersten Spieltagen durch die Gesamt-EM zirka 11.000 zusätzlichen Wetten und 10 Prozent höheren Wettumsätzen aufs Jahr betrachtet.

100.000 Neukunden erhofft

Konkurrent bet-at-home kommt derzeit auf drei bis vier Mal höhere Umsätze als sonst im Juni und hofft auf 100.000 Neukunden. Auch beim Wettanbieter Cash-Point gehen derzeit so viele Wetten ein wie an starken Bundesliga-Tagen, obwohl man statt auf sonst 50 bis 80 Spiele derzeit nur auf zwei Matches am Tag setzen könne, so ein Rundruf der APA am Donnerstag.

Im Durchschnitt setzen die Kunden rund zehn Euro pro Spiel ein. Über die gesamte EM werde der durchschnittliche Wetteinsatz damit bei etwa 100 bis 150 Euro liegen, sagte Cashpoint-Geschäftsführer Michael Wondra. Die Spielergebnisse könnten ihm zufolge im weiteren Turnier-Verlauf für die Unternehmen noch besser ausfallen. Bis auf die Spiele Italien-Niederlande und Frankreich-Rumänien hätten sich bisher immer die Favoriten durchgesetzt. Das drücke auf die Gewinn-Margen der Wettanbieter, so Wondra.

1:120 bis 1:250

Österreich räumen die Buchmacher nach dem Ausscheiden der Schweiz mittlerweile die mit Abstand geringsten Chancen auf den EM-Sieg ein. Die Quoten reichen mittlerweile von 1:120 bis 1:250. "Nur noch die allermutigsten wetten auf Österreich. Die attraktive Quote zieht nur noch kleinere Wetten an", sagte bwin-Sprecher Kevin O'Neal. Favoriten sind laut bwin jetzt Deutschland, Spanien, Portugal und die Niederlande, wobei vor allem Portugal immer mehr favorisiert wird.

Laut Wondra setzt man beim Turniersieg doch eher auf den Favoriten. "Kleine Wetten auf die eigene Mannschaft können zwar die Emotionen in einem Einzelmatch verstärken. Im Gesamtbewerb reduziert sich dieser Effekt aber", so der Cashpoint-Chef. Beim Match zwischen Österreich und Polen setzt sich der Patriotismus noch durch. Für die Buchmacher ist Polen leichter Favorit. "Überraschen viele haben aber noch auf Österreich gesetzt", sagte Claus Retschitzegger von bet-at-home.

Werbekuchen

Überhaupt habe die Heim-EM auch vor allem heimische Neukunden angelockt. bet-at-home hat dafür auch einen Großteil seinen Werbebudgets auf die Euro konzentiert. Auch bei bwin fließt ein signifikanter Teil des Werbekuchens in die EURO - allerdings weniger als bei der WM. Man habe dazugelernt und wolle jetzt gezielt Sportenthusiasten ansprechen, um sie dann auch nach der EM als Langzeitkunden zu gewinnen, so O'Neil.(APA)