Anfang August soll bei der "Meinl International Power" (MIP) eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden. Diese Nachricht ist nicht nur für die leidgeprüften Anteilsinhaber der MIP und sonstige Finanzinsider interessant, sondern möglicherweise auch für die Bundespolitik. Es könnte nämlich sein, dass Karl-Heinz Grasser bei dieser Hauptversammlung seinen Job verliert. Dann wäre er wieder frei für politische Aktivitäten, was einigen in der ÖVP und auch ihm selbst in den Plan passen würde. Nämlich, wenn schon die SPÖ ihren Gusenbauer absägt, dann könnte man auch die ÖVP personell umrüsten, und zwar mit Karl-Heinz. Grasser als Zugpferd für allfällige Neuwahlen.

Das schlägt sich zwar mit seiner realen Performance als Manager, aber Image muss nicht unbedingt etwas mit Realität zu tun haben.

Tatsache ist, dass die Anleger von MIP unter Grassers Management etwa der Hälfte ihres Geldes vorläufig den Abschiedskuss geben können, ganz zu schweigen von den üppigen Gebühren, die er kassierte. Deswegen will ihn eine Gruppe von institutionellen Anlegern auch loswerden. Er wäre wieder frei für die Politik. (rau/DER STANDARD, Printausgabe, 13.6.2008)