Seoul - Mehr als 5.000 Lkw-Fahrer sind am Freitag in einen Streik getreten, um gegen gestiegene Spritkosten zu protestieren. Sie fordern von der Regierung Zuschüsse, Unterstützung bei der Erhöhung von Transportgebühren und die Einführung eines Mindestlohns, wie eine Gewerkschaftssprecherin in Seoul mitteilte. Bereits ein kurzer Streik verursacht der südkoreanischen Exportwirtschaft Millionenverluste.

Nach den LKW-Fahrern sind am Montag auch die Bauarbeiter in den Streik getreten. Die Arbeitsniederlegungen erhöhen den Druck auf die Regierung unter Präsident Lee Myung Bak, der innenpolitisch bereits schwer angeschlagen ist. Es wurde zudem erwartet, dass ein Gewerkschaftsdachverband seine mehr als 600.000 Mitglieder zur Arbeitsniederlegung aufrufen werde, um gegen Lees Privatisierungspläne und Rentenreformvorhaben zu protestieren.

Die Zustimmungswerte Lees sind nach weniger als vier Monaten im Amt stark gesunken. Jüngst hatte ein Abkommen für den Import von US-Rindfleisch für heftige Proteste gesorgt. Die Vereinbarung wird vom Volk aus Angst vor Rinderwahnsinn abgelehnt. Die LKW-Fahrer protestieren dagegen seit Tagen gegen die hohen Energiepreise.

Auch britische Tanklastwagen-Fahrer streiken

In Großbritannien sind am Freitag rund 500 Fahrer von Tanklastwagen in den Streik getreten. Die Fahrer, die normalerweise Shell-Tankstellen im ganzen Land beliefern, fordern eine Gehaltserhöhung, wie ihre Gewerkschaft mitteilte. Die Tarifverhandlungen waren am Donnerstag ergebnislos abgebrochen worden. Der Ausstand soll vier Tage dauern und könnte zu Engpässen an den betroffenen Tankstellen führen.

Polizei verhindert Blockade Madrids

Ein massiver Polizeieinsatz hat am Montag eine von streikenden Lastwagenfahrern geplante Blockade der spanischen Hauptstadt Madrid verhindert. Die Beamten stoppten nach Rundfunkberichten Hunderte Lastwagen, die auf dem Weg zu einer Demonstration vor dem Verkehrsministerium waren. Wegen der Polizeiaktion gab es auf einigen Autobahnen lange Staus.

Die Lkw-Fahrer haben ihren Streik nun nach einer Woche bis auf weiteres ausgesetzt. Dies kündigten die drei an dem Ausstand beteiligten Spediteursverbände am Montag nach einem Treffen in Madrid an. Zugleich forderten sie neue Verhandlungen mit der Regierung und drohten mit weiteren Protesten. Zuvor hatte ein massiver Polizeieinsatz eine von den Lastwagenfahrern geplante Blockade der Hauptstadt Madrid verhindert. Die Beamten stoppten Hunderte Lkw, die auf dem Weg zu einer Demonstration vor dem Verkehrsministerium waren.

Protest in Frankreich

Französische Lastwagenfahrer haben am Montag den Verkehr durch absichtliches Langsamfahren behindert, um damit gegen die steigenden Treibstoffpreise zu protestieren. Bis zu Mittag habe es etwa 30 Aktionen im ganzen Land gegeben, die "Operation Schnecke" genannt werden, teilte das nationale Verkehrsinformationszentrum mit. In Paris staute sich der Verkehr auf dem Autobahnring um die Stadt. Ein Teil der Taxifahrer beteilige sich an der Protestaktion. Die Lastwagenfahrer fordern mehr staatliche Hilfen, um die Betriebskosten angesichts der steigenden Ölpreise in Schach zu halten. Lage bei den Autobauern normalisiert

Bei deutschen Autobauern halten sich die Produktionsausfälle infolge der Blockaden spanischer Lastwagenfahrer bisher in Grenzen. Nach einigen Stillständen vergangene Woche und am Wochenende meldeten am Montag bis auf Opel alle Hersteller eine Rückkehr zur Normalität.

"Wir laufen wieder normal, alle Werke produzieren", sagte ein Sprecher von Europas größtem Autobauer Volkswagen. In den VW-Werken in Portugal und Spanien hatte vergangene Woche wegen ausbleibender Teile teilweise die Produktion geruht. Noch unklar war, welche Auswirkungen Schleichfahrten französischer Lkw-Fahrer auf die Belieferung der Werke haben werden.

Auch BMW und Daimler meldeten zu Wochenbeginn keine Beeinträchtigungen. Im BMW-Werk im britischen Oxford hatten die Bänder vergangene Woche vorübergehend stillgestanden, im Werk Leipzig war am Freitag die Spätschicht ausgefallen, in Regensburg die Samstagsschicht. Bei Mercedes hieß es, es gebe keine Engpässe.

Dagegen ruhte im Opel-Werk im deutschen Eisenach die Produktion weiter. Nach der Nachtschicht von Freitag auf Samstag fiel dort auch die Frühschicht am Montag aus. "Das ist für uns sehr ärgerlich, weil der Corsa ein absoluter Renner ist und die Kunden auf das Fahrzeug warten", sagte ein Sprecher der Rüsselsheimer GM-Tochter. In einer Schicht laufen dort üblicherweise rund 200 Wagen vom Band. In Spanien war die Automobilindustrie wegen der Streiks der Lkw-Fahrer gegen die hohen Treibstoffkosten vergangene Woche weitgehend zum Erliegen gekommen.(APA)