Schon einmal rangen zwei Browseranbieter heftig um die Marktmacht. Dies waren in der Mitte der 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts Netscape Communications mit dem gleichnamigen Netscape Navigator und der Softwarekonzern Microsoft mit seinem Internet Explorer (IE). Unter Einsatz großer finanzieller Mittel und der Strategie, den Browser mit seinem Betriebssystem Windows zu koppeln, ging seinerzeit Microsoft als Sieger vom Platz. Eine Strategie, für die Microsoft Jahre später sich unter anderem den Unmut und eine saftige Strafe der EU-Wettbewerbshüter zuzog.

"Browser-Krieg"

Vor allem Sicherheitsprobleme beim Internet Explorer verhalfen der verbleibenden Konkurrenz, genügend Anhänger zu finden, um ihre alternativen Browserentwicklungen voranzutreiben. Allen voran die aus Netscape hervorgegangene Mozilla mit ihrer Open-Source Entwicklung Firefox, aber auch Apple mit seinem Safari-Browser oder die norwegische Opera mit ihrem gleichnamigen Opera-Browser.

In wenigen Tagen beginnt im "Browser-Krieg" ein neues Kapitel: Nach 34 Monaten Entwicklungszeit wird Mozilla am 17. Juni Version 3 des Firefox für die gängigen Betriebssysteme Windows, Mac OS X und Linux veröffentlichen. Eine deutlich höhere Schnelligkeit (doppelt so schnell wie die Vorgängerversion), bessere Sicherheits-Einstellungen und zusätzliche Features sollen dem Browser einen Popularitätsschub verschaffen. Damit nicht genug: Mit einer neuen Höchstmarke für Software-Downloads innerhalb von 24 Stunden will Mozilla am Starttag ins Guiness-Buch der Rekorde kommen. (Mehr zum so genannten Download Day findet sich unter .

Zu den neuen Features bei Firefox 3.0 gehört etwa, dass der Suchverlauf und die Lesezeichen automatisch durchsucht werden, wenn man einen Begriff in die Adress-Leiste eingibt. Die Adressleiste merkt sich besuchte oder markierte Seiten und schlägt diese per Autovervollständigung vor.

"Weil Firefox 3.0 derzeit einfach der beste ist."

Als großer Proponent des neuen Firefox outete sich kürzlich Wall Street Star-Journalist Walt Moss, der den IE, Safari und Firefox 3.0 auf mehreren PCs mit verschiedenen Betriebssystemen und unterschiedlich schnellen Internetverbindungen getestet hat. Auf die große Frage, warum erst einen alternativen Browser herunterladen, wenn am System bereits einer installiert, lautete seine simple Antwort: "Weil Firefox 3.0 derzeit einfach der beste ist."

Die Konkurrenz schläft jedoch nicht: Microsoft plant, im August eine vollständige Version 8 des Internet Explorers erstmals vorzustellen. Ebenfalls flotter, umfangreicher, sicherer. Wann die Enduser-Version fertig ist, ist allerdings noch immer nicht bekannt.

Schnippchen

Mozilla und Microsoft ein Schnippchen geschlagen, zumindest in punkto Erscheinungstermin, hat indessen Opera. Der norwegische Hersteller hat bereits gestern, Mittwoch, seine neueste Version, den Opera 9.5, veröffentlicht mit - Überraschung - teils ähnlichen Features. Wie beim Mozilla-Browser hilft etwa die Adresszeile beim Wiederfinden von zuvor besuchten Webseiten. Auch Apple mischt im Browser-Gerangel mit, lässt über aktuelle Entwicklungen aber wenig heraus.

In der Hand der User

Entscheiden wird am Ende der Nutzer. Derzeit hat Mozilla mit Firefox laut Net Applications weltweit 18 Prozent Marktanteil, Safari rund 6,25 Prozent und Opera 0,8 Prozent. Der Internet Explorer beherrscht mit rund 74 Prozent zwar immer noch den Markt, doch es waren auch schon einmal mehr als 90 Prozent. (red)